Muck Diving auf Bali

Tauchsafari statt Basislager

Was Muck Diving genau ausmacht und welche Tiere einem begegnen können: unser Muck-Diving-Guide: Ein Paradies für Makro-Fans.

Rund um Bali, bekannt für seine prächtigen Korallengärten ebenso wie für seine Lebensfreude, gibt es wunderschöne Muck-Diving-Spots. Anders als in Lembeh oder Anilao liegen diese aber weiter voneinander entfernt – ideal für eine Tauchsafari, damit kein Highlight verpasst wird.

Eine Insel, viele Spots

Mit 145 Kilometern Länge und 80 Kilometern Breite ist es unmöglich, alle Muck-Diving-Spots Balis zu entdecken, ohne den Standort zu wechseln. Lokale Tauchzentren bieten entsprechend vielfältige Pakete an: von Aufenthalten, die einzelne Spots mit klassischen Riff-Tauchgängen kombinieren, bis zu kompletten Inselrundfahrten, die ganz den Makro-Erlebnissen gewidmet sind.

Zwei Tryons Hypselodoris (Hypselodoris tryoni): Nacktschnecken mit kleinen dunklen Augenflecken, die von einem weißen Rand umgeben sind. Oft sieht man zwei oder drei Exemplare zusammen.

Von Padang Bay nach Seraya

„In Padang Bay zum Beispiel ist der alte Pier, ursprünglich für Kreuzfahrtschiffe gebaut, aber schnell versandet, zu einem unverzichtbaren Tauchspot geworden“, erklärt Machino Machinette von Bali Breizh Divers. Auf Sand und Kieselsteinen in 4 bis 15 Metern Tiefe ist das ein Paradies für Anglerfische, Steinfische, Drachenköpfe und den überaus fotogenen Blaugeringelten Kraken.

Weiter nördlich, zwischen Tulamben und Amed, ist der Tauchplatz Seraya direkt vom Strand aus erreichbar. Die Königin dieses Ortes ist die Harlekin-Garnele (Hymenocera picta), auf Bali fast ausschließlich hier zu finden – begleitet von zahlreichen Nacktschnecken, Pygmäenseepferdchen und Seenadeln auf schwarzem Sandboden mit kleinen Korallenblöcken.

Ein Schmuck-Geisterpfeifenfisch (Solenostomus paradoxus), dessen Form sowohl an ein Seepferdchen als auch an eine Seenadel erinnert. Die kleinen Hautfetzen machen ihn zu einem Meister der Tarnung.

„In Amed, ausgehend vom Melasti Beach, bieten wir auch einen sehr schönen Nachttauchgang in fünf Meter tiefem Wasser an, wo man junge Drachenköpfe, Garnelen, Seepferdchen, Geisterpfeifenfische und vieles mehr findet“, so Machinette weiter. „Bei Einbruch der Dunkelheit hält dieser Ort die schönsten Überraschungen für uns bereit.“

Weitere, gut geschützte Plätze wie Puri Jati (ebenfalls für den Blaugeringelten Kraken bekannt) oder die Secret Bay in Gilimanuk, Heimat des erstaunlichen „Bobbitwurms“ (Eunice aphroditois), ermöglichen entspanntes Fotografieren in wenigen Metern Tiefe. Die Sichtweite liegt an den meisten Plätzen Balis bei 15 bis 20 Metern – nur am großen Pier von Padang meist bei fünf bis zehn Metern. Und selbst Regen hat einen positiven Nebeneffekt: „Oft finden wir nach einem Schauer noch mehr Nacktschnecken als sonst“, so Machinette.

Ständig weiter suchen

Guy vom Tauchzentrum Bali Breizh Divers taucht seit über 15 Jahren auf Bali und kennt jeden Winkel. „Auch wenn wir die Plätze auswendig kennen, suchen wir außerhalb der Saison weiter, wenn wir mehr Zeit haben.“ Ein Guide sei nicht sofort perfekt: „Er braucht mindestens zwei Jahre Erfahrung, um die Arten aufzuspüren und den richtigen Lebensräumen zuzuordnen. Es ist wie eine Ausbildung, bei der die Erfahrenen die Jüngeren vor Ort schulen.“

Besonders unterhaltsam findet er die Reaktion von Neulingen: „Sie sind oft skeptisch, bevor sie ins Wasser gehen, und ihr erster Eindruck ist seltsam. Aber dann entdecken sie eine völlig andere Welt und Arten, die sie noch nie gesehen haben. Danach wollen sie meist mehr davon. Man mag es oder nicht, aber Muck Diving lässt niemanden gleichgültig.“

Ein Tentakel-Drachenkopf (Rhinopias frondosa), der sich dank seiner unzähligen Hautfetzen hervorragend tarnen kann.

Landausflug: Tempel, Vulkane und Reisfelder

Auf Bali gibt es für jeden Geschmack etwas: Tempelbesichtigungen und traditionelle Tänze, Surfen oder Wanderungen auf den Vulkan Batur, Reisfelder und unzählige Restaurants. Jeden Juni findet zudem das Bali Arts Festival mit Ausstellungen, Musik, Theater und lokalem Kunsthandwerk statt.

Erfahrungsbericht: Karin und Fabricio auf Safari

„Die Tauchplätze sind keine Touristenfallen; es sind nicht 50 Taucher gleichzeitig vor Ort! Die Guides nehmen sich wirklich Zeit, um die seltene Perle für das beste Foto zu suchen. Und die Hotels sind immer gut gelegen, sodass man drei bis fünf Tage am selben Ort bleiben kann. Neben Muck-Dives kann man hier alles machen: Strömungstauchgänge, Korallen, Mantarochen, Schildkröten oder Wracks. Wir planen bereits unseren nächsten Besuch!“

Praktische Infos: Bali

Beste ReisezeitMärz bis November
TauchniveauFür alle zugänglich
Wassertemperaturca. 28 Grad
AnbieterDie meisten Tauchreiseveranstalter
Preisab 3.675 € für eine 15-tägige Safari in der Nebensaison

Mehr zum Thema: Was ist Muck Diving? · Lembeh-Strait · Anilao · Cebu

Dieser Artikel wurde ursprünglich von Isabelle Croizeau für OCEANS N°2 geschrieben und für das Web angepasst.
Fotos: Guy Faisnel, Bali Breizh Divers

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