Von Dauin bis zur Magellan-Bucht
Die große Insel Cebu beherbergt eine Reihe bekannter Tauchspots: Von Dumaguete über die kleine Insel Mactan bis nach Dauin versprechen unzählige Muck-Diving-Spots tausend Begegnungen.
Was Muck Diving genau ausmacht und welche Tiere einem begegnen können: unser Muck-Diving-Guide: Ein Paradies für Makro-Fans.

Foto: Anthony Leydet
Dauin: Zwölf Kilometer Vulkansand
„Dauin hat eine mehr als 12 Kilometer lange Küste mit Vulkansandstränden – und jedes Hotel dort hat in der Regel seinen eigenen House Muck Site“, erklärt Jean-Cyril von Fun and Sun Dive Travel in Cebu. Eine Besonderheit sind hier künstliche Riffe: Reifen, Metallkonstruktionen und Betonsteine bieten den lokalen Lebewesen zusätzlichen Lebensraum und Schutz vor Fressfeinden.
Auf sanft abfallendem, schwarzem Sandgrund taucht man hier meist bis 20 Meter tief. Wie überall gilt: Augen offen halten und aktiv suchen – belohnt wird man mit zahlreichen Anglerfischen, einer großen Vielfalt an Nacktschnecken, Drachenköpfen und gut getarnten Seenadeln.

Zwölf Kilometer Sandküste – und starke Strömung
Dumaguete, die Hauptstadt von Negros Oriental, ist der Ausgangspunkt für die Weiterreise nach Dauin und per Flug direkt mit Cebu und Manila verbunden; alternativ reist man von Cebu-Stadt per Schiff und Straße an (vier bis sechs Stunden). Die Tauchgänge entlang dieser Küste werden meist vom Boot aus unternommen, auch wenn die Tauchplätze oft weniger als zehn Meter vom Ufer entfernt liegen.
„Die Strömung kann ziemlich stark sein“, erklärt Jean-Cyril. „Man muss seinen Tauchgang gut mit den lokalen Tauchguides planen, um den besten Zeitpunkt zu bestimmen.“ Ein Effekt der täglichen Wasserbewegung: Die Strömung transportiert Abfall ab, der andernorts wegen der Topografie oft in großer Menge liegen bleibt.

Magellan-Bucht auf Mactan
Auf der Insel Mactan, wo sich auch der internationale Flughafen von Cebu befindet, liegt die berühmte Magellan-Bucht – benannt nach dem Seefahrer, der dort 1521 ums Leben kam. Geschützt durch die Landzunge Punta Engaño bietet sie mehrere Muck-Diving-taugliche Plätze. Die Sichtweite liegt meist bei 10 bis 15 Metern; die leicht grünliche Wasserfärbung verleiht den Tauchgängen eine besondere Atmosphäre. „An einigen dieser Tauchplätze gibt es besonders große Abfallprobleme“, räumt Jean-Cyril ein – doch auch diese Gegenstände dienen den lokalen Lebewesen als Versteck.

Foto: Dominique Barray
Persönliche Betreuung als Standard
In Cebu begeistern sich zunehmend erfahrenere Taucher für Muck Diving. „Je nach Verfügbarkeit bieten wir eine individuelle Begleitung durch einen lokalen Guide an“, erklärt Jean-Cyril. „Ausländische Tauchlehrer sind, auch wenn sie sich für Meeresbiologie interessieren, oft weniger versiert im Aufspüren.“ Die philippinischen Guides teilen ihre Entdeckungen laufend untereinander. „Die Besten haben mindestens fünf Jahre Erfahrung, wenn nicht sogar zehn.“ Wie viele Zentren auf den Philippinen orientiert man sich an der Green-Fins-Initiative: nichts anfassen, Umweltauswirkungen minimieren.

Landausflug: Spanisches Erbe und der Osmeña Peak
Cebu-Stadt, die älteste Stadt der Philippinen, war der erste Ort, an dem die Spanier während der Kolonialisierung Fuß fassten. Zeugnisse davon sind die 1565 erbaute Festung San Pedro und die Basilika des Heiligen Kindes. Wer die Stadt verlassen möchte, findet auf der fast 200 Kilometer langen Insel schöne Ausflugsziele – etwa den Osmeña Peak (1.013 m, höchster Punkt der Insel) oder die Kawasan-Wasserfälle.
Erfahrungsbericht: Anthony Leydet, UW-Fotograf
„Weit entfernt von den bekannten Tauchplätzen, die Liebhaber großer Steilwände und großer pelagischer Fische anziehen, ist Dauin weltweit eine Referenz in einem ganz anderen Bereich. Als Fotograf und Naturliebhaber kam mir jeder Tauchgang dort viel zu kurz vor. Man sieht eine beeindruckende Anzahl ungewöhnlicher Arten, und das Verlassen des Wassers ist wegen der Artenvielfalt das Frustrierendste überhaupt. Ich persönlich habe die Nachttauchgänge vom Hausriff aus geliebt – kaum taucht man drei Meter vom Strand entfernt unter Wasser, beginnt das Spektakel! Leuchtkalamar, Nacktschnecken, Geisterpfeifenfische und Seepferdchen beleben den Tauchgang. Das muss man immer wieder erleben.“

Praktische Infos: Cebu
| Beste Reisezeit | Januar bis April |
| Tauchniveau | Für alle zugänglich |
| Wassertemperatur | ca. 28 Grad |
| Anbieter | Die meisten Tauchreiseveranstalter |
| Preis | ca. 2.500 € für einen einwöchigen Aufenthalt |
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Dieser Artikel wurde ursprünglich von Isabelle Croizeau für OCEANS N°2 geschrieben und für das Web angepasst.
Fotos: Nicolas Barraqué




