Die Straße von Lembeh ist DIE Referenz in Sachen Muck Diving. Die Meerenge zwischen der Insel Lembeh und dem Norden Sulawesis ist das erste Reiseziel, an dem sich diese Disziplin vor fast 30 Jahren entwickelt hat. Getaucht wird auf vulkanischem Meeresgrund mit schwarzem Sand, wo sich Felsen und Geröll abwechseln – und, unvermeidlich, auch etwas Abfall.
–> Was Muck Diving genau ausmacht und welchen Tieren man überall begegnen kann: Die Übersicht in unserem Muck-Diving-Guide.

Eine 20 Kilometer lange Bühne für Winzlinge
Die Meerenge ist rund 20 Kilometer lang und etwa 500 Meter breit. In der Mitte kann die Strömung heftig sein, doch entlang der gesamten Länge gibt es perfekt geschützte Bereiche. Auf beiden Seiten wechseln sich traditionelle Dörfer und Resorts ab, die direkten Zugang zu rund 30 Tauchplätzen bieten – verteilt auf etwas mehr als fünf Kilometer im Herzen der Passage.

Nahe der Küste liegen Seegraswiesen, die zahlreiche Seepferdchen anziehen. Schnell folgt darauf ein scheinbar menschenleerer, dunkler Sandboden, übersät mit Baumstämmen, Steinen und Müll. „Hier wurde nichts künstlich hinzugefügt oder versetzt, wie es anderswo der Fall sein kann“, erklärt Serge Barth, Guide beim Lembeh Resort. „In dieser natürlichen Umgebung, in einer Tiefe von fünf bis 15 Metern, finden die Arten unzählige Unterschlupfmöglichkeiten.“ Vom einfachen Stein bis zum zurückgelassenen Stück Holz dient hier alles als Versteck.
Die Kreaturen von Lembeh
Die sogenannten „Kreaturen von Lembeh“ zählen nach Hunderten. Man findet hier unter anderem:
- Geisterpfeifenfische
- Unzählige Nacktschnecken-Arten, darunter die schwer zu fotografierende Geistermelibe
- Mindestens acht Anglerfisch-Arten, inklusive des berühmten Gestreiften Anglerfisches
- Rund ein Dutzend Tintenfisch-Arten wie Mimik- und Blauring-Oktopus
- Das Zwergseepferdchen Pontohi
- Schaukelfische (Rhinopias) und die Prachtsepia

„Alle Guides sind Einheimische und führen unter Wasser eine Tafel mit sich, um alles zu notieren, was sie während des Tauchgangs entdecken“, erzählt Serge. So kann jeder nach dem Auftauchen die gesichteten Arten leichter identifizieren. Die Guides nutzen ihre Beobachtungen übrigens auch für Artenzählungen, die Forschern bei der Untersuchung der Biodiversität der Meerenge helfen.
Tauchplätze in wenigen Minuten erreichbar
Ob Hair Ball, Teluk Kembahu, Nudi Retreat oder Kungkungan Bay – alle Tauchplätze sind mit dem Boot in wenigen Minuten, höchstens einer halben Stunde erreichbar. Die geringe Tiefe und kurzen Wege erlauben mehr Tauchgänge pro Tag. Die Sichtweite liegt selten über zehn Metern, was für das Spektakel völlig ausreicht.
„Die Arten sind an den meisten Plätzen sehr gemischt“, so Serge Barth. „Einige Orte sind aber spezifischer.“ Unterhalb des Anlegers im Hafen von Bitung etwa treffen sich in der Dämmerung Mandarinfische (Synchiropus splendidus) in fünf Metern Tiefe zu einem eindrucksvollen Balzritual. Wer Abwechslung sucht, findet in der Meerenge auch einige Schiffswracks – meist wird man aber schnell süchtig nach den unzähligen kleinen Lebewesen.

Landausflug: Tangkoko-Reservat
Rund zwei Autostunden von Bitung entfernt liegt das Tangkoko-Reservat mit üppiger Vegetation. Hier lassen sich die winzigen Tarsier beobachten – mit maximal 15 Zentimetern eine der kleinsten Primatenarten der Welt, erkennbar an ihren riesigen Augen und langen Fingern. Auch das Kuskus, ein kleines Beuteltier, ist hier heimisch.

Praktische Infos: Lembeh
| Beste Reisezeit | März bis Mai |
| Tauchniveau | Für alle zugänglich |
| Wassertemperatur | ca. 28 Grad |
| Anbieter | Die meisten Tauchreiseveranstalter |
| Preis | ab 2.500 € (Vollpension, 7 Übernachtungen, 12 Tauchgänge, je nach Saison und Resort) |
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Dieser Artikel wurde ursprünglich von Isabelle Croizeau für OCEANS N°2 geschrieben und für das Web angepasst.
Fotos: Dominque Barray




