São nicolau couv

Kap Verde: Inseltauchen, auf der Begegnung mit den Rochen von Tarrafal und den unerforschten Tiefen von São Nicolau

Letzte Verteidigungslinie vor dem Atlantik, bietet der Archipel Kap Verde, bestehend aus Vulkaninseln, den Tauchern einzigartige und überraschende Erlebnisse. Jede Insel enthüllt ihre eigenen Schätze: Im Westen fasziniert São Antão mit der Vielfalt seiner Rochen, São Nicolau verführt mit seinen nahezu unerforschten, senkrechten Klippen, Sal beeindruckt mit seinem außergewöhnlichen Reich an Höhlen, und schließlich werden die abgelegenen Strände von Santa Luzia jedes Jahr zur Bühne für die Eiablage der Karettschildkröten.

São Nicolau (13)

São Antão: Paradies der Rochen und des blauen Ozeans

Im äußersten Westen von Kap Verde offenbart die Insel São Antão ihren wilden Charakter. Die Dörfer Tarrafal und Monte Trigo, eingebettet am Fuße des Vulkans Topo da Coroa (2000 m hoch), bieten einen privilegierten Zugang zu einer artenreichen und oft unbekannten Unterwasserfauna. Hier stürzen die Böden schnell in abgründige Tiefen, was die Begegnung mit seltenen und majestätischen Arten begünstigt.

Auf der Suche nach den Rochen von Tarrafal

Vor den Tiefen des schwarzen Sandes kreuzen regelmäßig mehrere Rochenarten. Am spektakulärsten ist der Manta-Rochen (Mobula birostris, früher Manta birostris), ein Ozeangigant, der über 5 Meter Spannweite erreichen kann. Er ist häufig nur wenige Meter von der Küste entfernt anzutreffen und bietet ein eindrucksvolles Schauspiel, manchmal in kleinen Gruppen, nahe dem Strand von Tarrafal.

São Nicolau (7)


An diesen vulkanischen Böden teilen die einheimischen Fischer gerne ihr Wissen. Sie weisen auf die Präsenz der „viola“ oder Gitarrenrochen hin. Diese Arten schätzen nährstoffreiche sedimentäre Böden und teilen ihr Territorium mit zahlreichen Steinrochen, die ebenfalls relativ selten in anderen Breiten beobachtet werden. Besonders geheimnisvoll bewegen sie sich unauffällig unter den in Ruhe liegenden Booten.

Dieser einzigartige Kontrast zwischen unergründlichen Tiefen, hohen Riffen, Meeresströmungen und geschützten Zonen schafft ein wertvolles Ökosystem und zieht auch eine rätselhafte Art an: Ein Rochen, der viel diskreter ist als die Manta, aber ebenso faszinierend, wird regelmäßig an diesem außergewöhnlichen Küstenabschnitt beobachtet.

Im Zeichen der „Ourchou“

Die Mobula tarapacana, im Kreolischen „Ourchou“ genannt, zählt zu den größten benthischen Mobula-Rochen, ist aber auch eine der am stärksten gefährdeten Arten aufgrund der intensiven Fischerei. Sie sind in der Lage, bis zu 2000 m tief zu tauchen, durchstreifen aber dennoch die Strände von São Antão. Einsam oder in kleinen Gruppen zeigen sie sich neugierig, sobald sie entdeckt werden, und begleiten gerne die Taucher, während sie sich bewegen.

São Nicolau (3)

Um die Geheimnisse dieser Küste zu lüften, sind die Ratschläge der Fischer von großem Wert. Einige Expats, wie David (Tauchzentrum in Tarrafal) und Nicolas (Guide für nautische Aktivitäten und Fischerei), sind ebenfalls wahre leidenschaftliche Vermittler. Sie arbeiten Hand in Hand mit der kapverdischen Gemeinschaft, um diesen außergewöhnlichen Biotop zu entdecken.
Über die Unterwassererkundung hinaus bietet sich hier ein ganzes menschliches Abenteuer: das lokale Leben zu teilen und die gemeinsame Leidenschaft für den Ozean zu erleben, in diesem seltenen Geist der Großzügigkeit und des Austauschs. fernab des Trubels wird das Tauchen in Kap Verde zu einer Einladung zur Freundschaft, zur Entdeckung und zum Loslassen.

Saudade: dieses kapverdische Gefühl, eine Mischung aus Nostalgie, tiefem Melancholie und Hoffnung …

Sal: Eintauchen in das Reich der Vulkangrotten

Berühmt für die touristische Dynamik im Süden, verfügt die Insel Sal auch im Norden über ein außergewöhnliches Naturerbe. Symbol für den lokalen Kontrast, ist sie über Pisten im 4×4 erreichbar, die durch kahle Landschaften führen. Trinkwasser, das durch Entsalzung gewonnen wird, ist in diesem rauen Kontext von größter Bedeutung.
Der kleine Hafen von Palmeira markiert einen Wechsel im Relief: Hier wird der Hang steiler, der Sand weicht klaren Bruchlinien, und beim Tauchen am Fuße der ersten Welle betritt man ein ungewöhnliches vulkanisches Gebiet.

São Nicolau (11)

Von Palmeira bis zum unbewohnten Norden von Sal folgen sich die Höhlen über mehrere Kilometer, entstanden aus ehemaligen Lava-Brücken und prähistorischen Variationen des Meeresspiegels. Einige Höhlen haben Decken, die mit gelben Seeanemonen bedeckt sind, und beherbergen Schwärme von Schnappern, die im Licht eines intensiven Blautons schimmern. Andere erstrecken sich über mehr als hundert Meter und erfordern spezielle Fähigkeiten in der Unterwasserhöhlenforschung für ihre Erkundung – manchmal bis zu dem Punkt, an dem man unter der Straße hindurchtaucht!

São Nicolau (5)

Der Eingang der Höhlen birgt ein bemerkenswertes Leben: Bogenkrabben (Stenorhynchus seticornis), kleine karibische Hummer (Enoplometopus antillensis) und Nacktkiemer konkurrieren um ihre Einfallsreichtum. Wenn man tiefer geht, überleben nur einige Würmer, Schwämme und noch unzureichend inventarisierte makroskopische Kreaturen. Forschungsmissionen, wie die, die von der Mirpuri-Stiftung im Jahr 2019 durchgeführt wurden, ermöglichen es jedes Mal, neue Arten zu erfassen und das lokale Naturerbe zu erweitern. Solche Tauchgänge sind erfahrenen Tauchern vorbehalten, die auf der Suche nach einzigartigen Entdeckungen sind.

São Nicolau: die unberührte Insel und ihre senkrechten Klippen

Den Insel zu wechseln in Kap Verde heißt, zu einem neuen Schauplatz zu reisen. São Nicolau, die westlichste Insel in der Nähe Sal, überrascht mit ihrer schroffen Topographie, die auf 1600 m aufsteigt, ihren allgegenwärtigen vulkanischen Spuren und ihrer nordseitigen Bedeckung mit Vegetation, die bemerkenswert im Kontrast zu den kahlen Südhängen steht.

São Nicolau (10)

Die Hänge tauchen steil ins Meer ab: weniger als 100 Meter von der Küste entfernt, erreicht die Tiefe bereits beeindruckende Werte. Es gibt noch kein Tauchzentrum auf São Nicolau, was sie zur größten unberührten Zone des Archipels für die Unterwasserprospektion macht.

São Nicolau (12)

Das Tauchen hier bedeutet, eine Tauchreise von den benachbarten Inseln zu organisieren oder ein eigenes Boot und Equipment zu besitzen, oder alternativ das Schnorcheln vorzuziehen. Diese logistischen Herausforderungen verwandeln sich in eine Gelegenheit: Das Kommen der Taucher erfolgt immer mit Unterstützung der einheimischen Fischer, die täglich neue Verbindungen knüpfen.

Die wilde Küste des Dorfes Carriçal

Im Südosten von São Nicolau zählt das winzige Dorf Carriçal zweihundert Einwohner auf einem schmalen Küstenstreifen. Es ist der ideale Spot, um die spektakulären Klippen der Küste zu erkunden. Nachdem man sich mit den Dorfbewohnern angefreundet hat, kann einer von ihnen, der Fischer Ericson, die Taucher mit einem Boot zu den Füßen der steilen Klippen bringen.

São Nicolau (1)

Nur einige Dutzend Meter von der Küste entfernt taucht ein erstes Riff fast vertikal ab: In 10 m Tiefe reicht die Wand bis 70 m ohne Unterbrechung, gesäumt von Schwärmen von Damenfischen, flüchtigen Barrakudas, Schnappern und Rotbarschen. Die Kolonien gelber und orangefarbener Anemonen erleuchten die senkrechte Klippe und bieten ein atemberaubendes Schauspiel.

Halten Sie die Augen offen: Haie, Rochen und Doraden sind hier unterwegs

Im endlosen Blau sollten Sie wachsam sein: Das Wasser beherbergt Grauhaie, Schlafhaie, Rochen und Goldbrassen, die durch eine Fülle von Phytoplankton ziehen. Weiter draußen fallen die Böden über mehrere hundert Meter ab und dienen zwischen Februar und April als Kinderstube für Buckelwale. Die Anwesenheit von Delfinen und Grindwalen ergänzt dieses Bild, in dem die Emotionen unter Freunden beim Rückkehr über ein Glas lokalem Grog geteilt werden.

São Nicolau (2)

Santa Luzia: Heiligtum der Karettschildkröten

Santa Luzia ist die einzige unbewohnte Insel von Kap Verde. Jetzt als Naturschutzgebiet eingestuft, wird sie zwischen August und Oktober zur Hauptstätte der Eiablage der Karettschildkröten (Caretta caretta). Die NGO Biosfera arbeitet an der Schutz der Schildkröten, der Erfassung der Vogelwelt und der Säuberung der Insel. Das Jahr 2020 war außergewöhnlich mit fast 11.000 Nester, die nur auf Santa Luzia gezählt wurden. Diese Ergebnisse würdigen das anhaltende Engagement aller Naturschutzverbände des Archipels.

São Nicolau (9)

Praktische Ratschläge und nützliche Adressen für das Tauchen in Kap Verde

Empfohlene Tauchgänge und -guides

Nach Kap Verde kommen

  • Einreise: Negativer PCR-Test erforderlich. Kein Visum für EU-Bürger, jedoch eine Steuer, die online vorab registriert und bezahlt werden muss (https://www.ease.gov.cv).
  • Internationale Flüge: Hauptflughäfen: Sal, Praia, Mindelo. TAP Portugal fliegt nach Lissabon, Praia oder Mindelo. Die Wiedereröffnung der Strecke nach Sal ist vorgesehen. Charterflüge aus Europa (z.B. ITAKA aus Warschau) sind möglich.

Sich im Archipel bewegen

  • Nach San Antao: Fähre von San Vicente (8 € einfach, 4 Fahrten/Tag), Sammeltaxis zu den Dörfern vor Ort.
  • Nach São Nicolau: Flug (von Praia, TICV) oder Boot (von Praia, Mindelo oder Sal, CVinterilhas).

Unterkunft

  • São Nicolau: Gästehäuser, kleine Hotels und Airbnbs rund um Tarrafal oder Ribeira Brava. In Carriçal ist die Unterkunft nur möglich, wenn man direkt vor Ort ist und die lokale Gemeinschaft anspricht.

Dieser Artikel, ursprünglich von Marc Allaria für die Printausgabe von PLONGEZ! geschrieben, wurde für das Web angepasst.

Teilen Sie diesen Beitrag

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert