Der Attersee: Glasklares Bergwasser zum Verlieben

Wer zum ersten Mal am Ufer des Attersees steht, wird von der Farbe des Wassers verzaubert: prickelndes Bergwasser, kühl und so glasklar, dass man bis tief auf den Grund blicken kann. Doch die Schönheit endet nicht an der Wasseroberfläche. Abwechslungsreiche Tauchplätze finden sich nicht nur im See selbst, sondern auch in den benachbarten Flüssen und Gumpen der Region – dazu eine majestätische Bergwelt, saftige Almen und ausgezeichnete österreichische Gastronomie.

Mit etwas Glück kreisen schon beim Einstieg vom Tauchplatz Hinkelsteine Myriaden von Lauben.

Der Attersee ist ein Revier, dessen Tauchplätze an Vielfalt kaum zu übertreffen sind: Jeder der über 20 Einstiege erzählt eine andere Geschichte. Die lokalen Hotels und Gasthöfe sind auf Wassersportler eingestellt und heißen Taucher:innen nicht nur willkommen, sondern verstehen auch ihre Bedürfnisse. Gleich vor der Haustür warten weitere Naturerlebnisse wie das idyllische Weißenbachtal, die Ager oder die etwas entfernteren Gewässer Rettenbach und Offenseebach.

Die Tauchplätze im Überblick

Unterwasserwald

Seeleiten-Bundesstraße, Kilometer 3,3

Ein Muss für jeden Naturfreund. Um Zeit und Atemluft zu sparen, lohnt es sich, an der Oberfläche bis zu den Bojen zu schwimmen – Peilung 250 Grad, rund 200 Meter zur äußeren rechten Boje. Von dort geht es entlang der fest verankerten Bojenkette in 21 Meter Tiefe hinab, mitten in den Unterwasserwald: Riesige Baumstämme liegen kreuz und quer im weichen Schlammboden oder ragen schräg ins offene Wasser – ein zutiefst mystischer Anblick. Beim Rückweg empfiehlt sich die Orientierung am Kompass (Kurs 90 Grad), da das Gelände hier kaum Gefälle aufweist. Bis etwa zehn Meter Tiefe trifft man immer wieder auf Bäume, teils sogar senkrecht stehend.

Hinkelsteine

Seeleiten-Bundesstraße, Kilometer 16,8

Vom Einstieg beim großen Holzhaus auf der linken Seite taucht man rund zehn Minuten linker Hand schräg in den See hinaus, bis in 17 Metern der erste von drei Hinkelsteinen auftaucht. Besonders sehenswert: drei lebensgroße, kunstvoll geschnitzte Pfahlbau-Familien aus Holz, die eine Brücke in die Geschichte der Region schlagen. Der dritte und gewaltigste Hinkelstein liegt in 29 Metern Tiefe am Boden, reicht als massiver Fels bis auf 17 Meter hinauf und bietet bei kompletter Umrundung so manche Überraschung. Auf dem Rückweg lohnt sich ein Blick ins Flachwasser, wo sich in spärlicher Vegetation Fische verstecken.

Am Weg zu den Hinkelsteinen lockt das eine oder andere Fotomotiv.

Hausboot

Attersee-Bundesstraße, Kilometer 14,8

Direkt in der Verlängerung des Bootsstegs führt ein Seil am Boden sicher zu einem alten Hausboot in zehn Metern Tiefe. Von dort aus, Richtung Seemitte, erreicht man nach etwa zwei Minuten den 2018 realisierten „Pfahlbau-Unterwasserwald“. Rund um das Bootshaus kreisen oft Myriaden von Seelauben, im Bereich bis 20 Meter gibt es weitere sehenswerte Objekte zu entdecken.

Einer der Lieblingsplätze für Unterwasserfotografen, das Hausboot beim Tauchplatz „ÖWR“

Kohlbauernaufsatz

Attersee-Bundesstraße, Kilometer 27,2

Vom rechten Einstieg leicht nach rechts taucht man in 18 Metern auf den Beginn einer Wand, die bis auf 32 Meter abfällt. Entlang der Unterkante erreicht man nach etwa drei Minuten eine Holzzille mit aufgesetztem „Herzerlklo“, frei auf flachem Untergrund stehend. Folgt man der Leine links hinten, trifft man auf die „Titanic“ des Attersees – ein kleines, aber charmantes Ruderboot. Später geht die Steilwand in eine schräg abfallende Schlammfläche über; hier lohnt es sich, etwas höher zu steigen und entlang der Oberkante zurückzukehren. Links liegt die flache „Unterwasser-Wiese“ – perfekt für Anfänger, mit Barschen, Rotaugen, Hechten und nachts auch Aalen.

Dixi – Pfahlbauhaus

Seeleiten-Bundesstraße, Kilometer 10,6

Hier wartet ein abstraktes Modell eines Pfahlbauhauses samt Informationstafeln, bereits nach drei bis fünf Minuten in gut acht Metern Tiefe erreichbar. Taucht man vom Einstieg schräg rechts ab, findet sich in zwölf Metern ein stark zerstörtes Bootswrack, danach geht es über Baumstämme und Wurzelstöcke weiter. Nach etwa 15 Minuten erreicht man eine steinige Rinne mit dem bekannten Wrack des Segelboots „Dixi“ in 22 Metern Tiefe. Wer es flacher mag, taucht vom Einstieg nach rechts: Dort wartet in sechs Metern eine zur Taucherglocke umfunktionierte Badewanne.


Genuss oberhalb der Wasserlinie

Ein Urlaub in der Region bietet einige schöne Extras: ein Goodiebag auf dem Zimmer, das praktische Wander-Ruftaxi oder ein Picknickkorb für den Tag am See. Mit der Salzkammergut Card stehen viele Türen offen – von der Schifffahrt über die historische Nostalgiebahn bis zur Runde Golf.

Landausflüge: Salzwelten Hallstatt · Dachstein Höhlen Park · Gosaukammbahn/Dachstein-Krippensteinbahn · Museum Kulturerbe Hallstatt

Praktische Infos für den Tauchurlaub

Der Attersee ist ein Paradies für Einsteiger wie Profis: Mit über 20 offiziellen Taucheinstiegen hat jeder die freie Wahl, je nach Fertigkeiten und Vorlieben. Alle Details und Skizzen zu den einzelnen Einstiegsstellen gibt es online unter attersee-attergau.salzkammergut.at. Bei der Anfahrt helfen die blauen Straßenschilder mit Kilometerangaben, um den gewählten Platz sicher zu finden.

Tauchschulen & -basen:

Weitere Infos: Oberösterreich Tourismus (info@oberoesterreich.at, wasser.info) · Salzkammergut Tourismus – Destination Attersee-Attergau

Dieser Artikel wurde ursprünglich von Harald Hois für OCEANS N°2 geschrieben und für das Web angepasst.
Fotos: Harald Hois

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