Die Similan-Inseln, seit 1982 als mariner Nationalpark geschützt, bieten Tauchern und Naturliebhabern ein außergewöhnliches Erlebnis. Das Archipel in der Andamanensee ist nur im Rahmen von Tagesausflügen oder Tauchsafaris zugänglich und gilt als wahres Naturjuwel – allen voran der legendäre Tauchplatz Richelieu Rock.
Eine faszinierende Geologie
Die Similan-Inseln vor der Westküste Thailands bestehen überwiegend aus Granit, der vor etwa 150 bis 250 Millionen Jahren durch tektonische Prozesse entstand. Aufsteigendes Magma formte damals die heutigen Erhebungen und Inselberge. Über Jahrmillionen hat die Erosion die charakteristischen, rund geschliffenen Granitformationen modelliert, die dem Archipel seine markante Silhouette verleihen.
Das Archipel umfasst elf Inseln, die alle Teil des marinen Nationalparks sind. Zwar besitzt jede Insel einen offiziellen Namen, unter Tauchern werden sie jedoch meist einfach nach ihren Nummern bezeichnet. Tauchsafaris ermöglichen es, zahlreiche Tauchplätze der Region zu erkunden – darunter auch Ko Surin und Richelieu Rock, die selbst keine Nummern tragen.

Unvergessliche Tauchgänge
Anita’s Reef: Ein Anpassungstauchgang
Die Reise beginnt mit einem Tauchgang am Anita’s Reef, einem flachen Spot zwischen den Inseln 5 und 6. Korallenriffe erheben sich hier aus dem sandigen Grund und bieten ideale Bedingungen, um bunte Rifffische zu beobachten. Im Morgenlicht entstehen zudem spektakuläre Lichteffekte – perfekte Voraussetzungen für beeindruckende Unterwasserfotos.
Elephant Head Rock – Granitgiganten unter Wasser
Der nächste Tauchgang führt zum Elephant Head Rock zwischen den Inseln 6 und 7. Riesige Granitblöcke prägen diesen spektakulären Platz. Viele der Felsen wirken zunächst kahl, doch in geschützten Bereichen – kleinen „Oasen“ – entfaltet sich eine erstaunliche Vielfalt an Meeresleben mit Weich- und Hartkorallen sowie großen Gorgonien. Ein faszinierendes Beispiel dafür, wie stark Umweltbedingungen das Wachstum mariner Organismen beeinflussen.
Ko Bon: das Beste aus zwei Welten
Ko Bon, zwischen den Similan- und Surin-Inseln gelegen, bietet ein besonders abwechslungsreiches Riff. An einer windexponierten Landspitze steigen Taucher ins Wasser und können dort riesige Schwärme von Fledermausfischen (Platax) mit ihren langen Flossen sowie dichte Ansammlungen kleiner Rifffische beobachten – ein beeindruckendes Naturschauspiel.

Auf den Spuren der Moken
Am Nachmittag des fünften Tages führt die Route zu den Surin-Inseln, wo ein Besuch in einem Dorf der Moken geplant ist. Diese als „Seenomaden“ bekannten Fischer besitzen eine jahrhundertealte maritime Kultur und bewegen sich traditionell mit bunten Holzkanus durch die Inselwelt.
Nach diesem kulturellen Abstecher folgt ein Tauchgang entlang der Südküste der Surin-Inseln – ein spektakulärer Spot zum Sonnenuntergang.
Ein außergewöhnliches Saumriff
Im schwindenden Tageslicht entfaltet sich unter Wasser ein beeindruckendes Fringing Reef. Riesige Tischkorallen stehen neben ausgedehnten Geweihkorallenfeldern, während Anemonen zahlreichen Clownfischen Schutz bieten. Die Vielfalt und der ausgezeichnete Zustand des Riffs zeigen eindrucksvoll die Widerstandskraft dieses Ökosystems.

Richelieu Rock: ein legendärer Tauchplatz
Am nächsten Tag steht Richelieu Rock auf dem Programm – einer der berühmtesten Tauchplätze der Welt. Der isolierte Unterwasserfelsen wird von starken Strömungen umspült und beherbergt eine außergewöhnliche Biodiversität. Bunte Anemonen, große Gorgonien und zahlreiche Rifffische schaffen eine lebendige Unterwasserlandschaft, die Taucher aus aller Welt fasziniert.
Ein Schauspiel in der Dämmerung
Beim letzten Tauchgang am Richelieu Rock verändert das Abendlicht die Atmosphäre unter Wasser. Viele Anemonen ziehen sich langsam zusammen, während andere Meeresbewohner aktiv werden. Für Taucher ist dieser Moment besonders eindrucksvoll – ein stilles Naturschauspiel, das unvergessliche Eindrücke hinterlässt.

Christmas Point: Ein würdiger Abschluss
Zum Abschluss der Kreuzfahrt bietet Christmas Point ideale Bedingungen für einen letzten Tauchgang. Ruhiges, klares Wasser ermöglicht es, die charakteristischen Granitformationen und die vielfältige Meeresfauna in aller Ruhe zu beobachten. Auch ohne Kamera – der Autor hat seine Speicherkarte vergessen – bleibt dieser Moment ein intensives Erlebnis.
Fazit
Die Similan-Inseln und das Surin-Archipel, beide als marine Nationalparks geschützt, gehören zu den spektakulärsten Tauchregionen Südostasiens. Ihre außergewöhnliche Biodiversität und die beeindruckenden Unterwasserlandschaften machen sie zu einem Traumziel für Taucher.
Ob Sie zum Tauchen, Erkunden oder einfach zum Staunen hierherkommen – diese Inseln bleiben kostbare Refugien des Meereslebens, die es zu bewahren gilt.
Dieser Artikel, ursprünglich von Mark B. Hatter für unsere Printausgabe verfasst, wurde für das Web angepasst.
Fotos: Mark B. Hatter





