Das Fotografieren von Apnoetauchern bietet eine einzigartige Gelegenheit, die Schönheit und Anmut dieser Unterwasserathleten einzufangen. Ob Freizeittauchgang, Training oder Wettkampf – wer starke Bilder schaffen möchte, sollte einige grundlegende Techniken beherrschen.
Hier sind 15 praktische Tipps, um Ihre Unterwasseraufnahmen auf das nächste Level zu heben.
1. Die richtige Ausrüstung wählen
Um die menschliche und sportliche Dimension des Apnoetauchens einzufangen, empfiehlt sich ein Weitwinkelobjektiv – etwa 20 mm oder noch breiter. So können Sie näher an dein Motiv herangehen, reduzieren die Wassermenge zwischen Kamera und Modell und verbessern gleichzeitig Kontrast und Lichtwirkung.
2. Die Sicherheit des Modells beurteilen
Vor Beginn des Shootings sollten Sie unbedingt den Komfort und die Erfahrung Ihres Modells unter Wasser einschätzen. Stellen Sie einfache Fragen:
Taucht die Person regelmäßig?
Bis zu welcher Tiefe fühlt sie sich sicher?
Diese Informationen beeinflussen die Wahl des Spots und der Tiefe für das Shooting. Ein kurzes Sicherheitsbriefing vorab schafft zusätzlich Vertrauen – und sorgt für entspanntere, natürlichere Bilder.

3. Apnoe oder mit Gerät?
Ob Sie selbst in Apnoe fotografieren oder mit Druckluftgerät tauchen, hängt von Ihren Vorlieben, Ihrer Erfahrung und dem geplanten Setting ab.Das Fotografieren in Apnoe bietet mehr Bewegungsfreiheit, größere Nähe zum Modell und eine besonders dynamische Bildsprache. Mit Gerät hingegen können Sie länger in der Tiefe bleiben und komplexere Szenen ruhiger aufbauen. Wichtig ist: Entscheiden Sie sich nur für die Methode, mit der Sie absolut vertraut sind.
Sicherheit geht vor!
Die Sicherheit aller Beteiligten hat oberste Priorität. Halten Sie sich an die Regel „ein Apnoetaucher – ein Sicherungstaucher“ und planen Sie immer einen dedizierten Sicherheitsapnoetaucher ein. Gerade wenn Sie selbst mit Gerät tauchen, ist dies entscheidend, da Sie im Notfall nicht unmittelbar gemeinsam mit dem Modell auftauchen können.
4. Die Session sorgfältig planen
Definieren Sie vor dem Tauchgang klar Ihre fotografischen Ziele. Welche Stimmung möchten Sie erzeugen? Welche Bewegungen oder Perspektiven stehen im Fokus? Zeigen Sie Ihrem Modell vorab Bildbeispiele, um Ihre Vorstellungen zu verdeutlichen. Eine präzise Kommunikation erleichtert später die Abstimmung unter Wasser – und sorgt für ausdrucksstärkere, kontrolliertere Aufnahmen.

5. Klar kommunizieren
Vereinbaren Sie vorab eindeutige Kommunikationssignale mit Ihrem Modell. Das erleichtert Korrekturen während der Session erheblich. Nutzen Sie einfache, gut sichtbare Gesten, um Richtung, Position oder ein positives Feedback zur Aufnahme zu signalisieren.
6. Tauchgänge synchronisieren
Wenn Sie beide in Apnoe arbeiten, stimmen Sie Ihre Tauchgänge sorgfältig ab. Ein klarer Countdown und die Festlegung, wer zuerst abtaucht, vermeiden Missverständnisse – und sparen wertvolle Zeit unter Wasser.
7. An die Oberflächensicherung denken
Ein Schwimmer dient nicht nur der Sicherheit, sondern auch als praktische Unterstützung zwischen den Aufnahmen. Er ermöglicht Ihnen, sich zu orientieren, Luft zu holen und kurze Absprachen mit Ihrem Modell zu treffen.
8. Kameraeinstellungen vorbereiten
Da Ihre Zeit unter Wasser begrenzt ist, sollten alle Einstellungen vorab feststehen. Wählen Sie eine kurze Verschlusszeit (ca. 1/160 bis 1/320 Sekunde), um Bewegungsunschärfe zu vermeiden. Wenn Sie mit Gerät tauchen, machen Sie zunächst einige Testaufnahmen ohne Modell, um Belichtung und Schärfe zu kontrollieren.
9. Nicht zu eng kadrieren
Lassen Sie bewusst Raum um den Apnoetaucher, um seine Beziehung zur Umgebung sichtbar zu machen. Platzieren Sie ihn idealerweise auf einem der starken Bildpunkte – das sorgt für mehr Dynamik und Balance. Vergessen Sie dabei nicht: Es geht auch darum, die Natürlichkeit und die Freude an der Apnoe einzufangen.

10. Hoch- oder Querformat?
Vertikale Aufnahmen eignen sich besonders für Abtauch- oder Aufstiegsphasen. An der Oberfläche hingegen vermittelt das Querformat oft besser die Weite des Umfelds. Variieren Sie bewusst Ihre Perspektiven.
11. Den Blick inszenieren
Ist der Apnoetaucher nah an der Kamera, sollte sein Blick klar erkennbar sein. Achten Sie auf eine gezielte Beleuchtung der Augen. In größerer Tiefe kann ein Blitz notwendig sein, um Ausdruck und Intensität zu bewahren.
12. Den richtigen Moment abwarten
Geduld ist entscheidend. Warten Sie auf den Augenblick, in dem Bewegung und Körperhaltung eine natürliche Eleganz entfalten. Tauchen Sie mit Gerät, vermeiden Sie störende Blasen, indem Sie beim Herannahen des Modells kurz die Atmung pausieren.
13. Perspektive wechseln
Für mehr Bildtiefe fotografieren Sie von unten nach oben oder auf Augenhöhe. Besonders dynamisch wirken Aufnahmen während des Aufstiegs, wenn sich der Apnoetaucher in seiner aufsteigenden Luftspur bewegt.

14. Mode in Apnoe fotografieren
Modeaufnahmen unter Wasser erfordern eine präzise Organisation und ein erfahrenes Team. Ein Sicherheitsassistent ist unerlässlich. Solche Produktionen verlangen Routine und sind nicht für Einsteiger geeignet – sie leben von perfekter Vorbereitung. Ein Modeshooting in Apnoe lässt sich nicht improvisieren.
15. Wettbewerbe fotografieren
Bei Wettkämpfen halten Sie respektvollen Abstand, um die Athleten nicht zu stören. Für intensive, nahe Porträts eignet sich das Training deutlich besser. Während des Wettbewerbs stehen eher atmosphärische Aufnahmen und das Einfangen der Stimmung im Vordergrund.
Fazit
Das Fotografieren von Apnoetauchern gleicht der Inszenierung eines Unterwasserfilms: Fotograf und Athlet arbeiten eng zusammen, um Bewegung, Emotion und Ästhetik zu vereinen. Mit klarer Kommunikation, technischer Vorbereitung und kreativer Sensibilität entstehen Bilder, die die Faszination und Schönheit der Apnoe authentisch widerspiegeln.
Dieser Artikel, ursprünglich von Nicolas Barraqué für unsere Printausgabe verfasst, wurde für das Web angepasst.
Fotos: Nicolas Barraqué





