Wussten Sie schon? 10 wissenswerte Fakten über… den großen Seecigale

Selbst wenn man unter Wasser lauscht, wird man die große Seemerzickade nicht singen hören – Scyllares latus. Dieses große Krustentier ist eher schüchtern und diskret, im Gegensatz zu seinem landbewohnenden Namensvetter, der uns lautstark ankündigt, dass das schöne Wetter zurück ist. Begegnungen mit der großen Seemerzickade sind selten, aber in der Regel wird das gesamte Boot schnell informiert, wenn ein Trupp das Glück hatte, eine zu entdecken.

Große Seemerzickade, Scyllarides Latus
Der Panzer der großen Seemerzickade bildet eine wahrhafte Schutzrüstung. © Dominique Barray

1- Eine Wespentaille… nein! Eine Zickade: Die große Seemerzickade ähnelt einem großen Hummer, dessen Körper plattgedrückt und dessen Antennen zugunsten zweier großer „Schilde“ verschwunden sind, die als Schutzschild im vorderen Teil des Tieres dienen. Ihr kräftiger Körper kann eine respektable Größe zwischen 35 und 50 cm erreichen. Es ist eine Art Unterwasserpanzer, dessen Panzerung ihren Raubtieren viel Abwehrleistung abverlangen wird.2- Eine solide Rüstung: Sie gehört zum Unterstamm der Krustentiere und hat daher eine steife und segmentierte Schale, die fast den gesamten Körper bedeckt. Dieser äußere Schutz, so wirksam er auch ist, hat den Nachteil, das Wachstum des Tieres nicht zu begleiten. Letzteres muss daher, um zu wachsen, die zu klein gewordene Schale abwerfen und eine größere herstellen. Dieses komplexe Phänomen ist als Häutung bekannt und die so in der Natur zurückgelassene Schale wird Exuvie genannt. Je älter das Tier wird, desto weiter liegen die Häutungen zeitlich auseinander.3- Es bewegt sich bei den Zickaden: Die großen Seemerzickaden sind Zehnfußkrebse. Sie bewegen sich auf den verschiedenen Substraten mit fünf Beinpaaren, die sich unter dem Thorax befinden, aber das bringt leider eine gewisse Langsamkeit mit sich… Im Falle einer Gefahr wird sie jedoch große Schnelligkeit beweisen, indem sie ihren Bauch schnell auf sich selbst zusammenzieht, um rückwärts zu fliehen.4- Eine Tarnung für jede Umgebung: Der Panzer der großen Seemerzickade ist von bräunlich-rötlicher Farbe und passt perfekt zu den Ritzen und Höhlen, in denen sie lebt. Ihr raues Aussehen verstärkt eindeutig diese Tarnung. Trotzdem behält sie einen kleinen, perfekt identifizierbaren Farbtupfer mit violetten Streifen, die die verschiedenen Platten ihres Kopfes säumen. Die ältesten Individuen, diejenigen, die am seltensten häuten, sehen ihren Panzer mit zahlreichen Mikroorganismen bedeckt, die ihre Fähigkeit, sich zu verstecken, noch stärker betonen.5- Verschiedene Lebensräume: In der Mittelmeerregion und entlang einiger Küsten des östlichen Atlantiks anzutreffen, lebt die große Seemerzickade hauptsächlich in Höhlen, Ritzen und Kavernen in der Nähe von Detritusböden. Sie kann in Tiefen von 4 m bis über 100 m vorkommen.6- Es ist Essenszeit: Die Seemerzickade ist hauptsächlich fleischfressend und genießt es, sich von Weichtieren, kleinen Muscheln und Gastropoden wie Napfschnecken zu ernähren. Die Robustheit der Enden ihrer Beine ist ein wunderbares Werkzeug, das es erlaubt, die Beute von ihrem Untergrund zu lösen und die Muscheln mit großer Leichtigkeit zu öffnen. Dennoch weiß die Seemerzickade auch, opportunistisch zu sein und zögert nicht, sich von den Überresten verrottender Tiere zu ernähren, die ihren Weg kreuzen.

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Große Seemerzickade mitten in einem Posidoniafeld. © Dominique Barray

7- Haare an den Beinen: Die zahlreichen Borsten und Haare an den Beinen der großen Seemerzickade sind äußerst effektive Sinnesorgane. Dank ihnen kann sie die Bewegungen der sie umgebenden Räuber aber auch der Beute, die sie genießen möchte, spüren. Tatsächlich hat sie die Fähigkeit, die von Tieren erzeugten Vibrationen wahrzunehmen und sie so zu entdecken, selbst wenn sie einige Zentimeter tief vergraben sind.8- Nachts ist Partyzeit: Wie viele Krustentiere ist die große Seemerzickade hauptsächlich nachtaktiv. Abgesehen von einigen Störungen wird sie versteckt in den Spalten bleiben, in denen sie lebt. Trotz dieser Tatsache ist sie ein Tier, das keine Einsamkeit mag und es vorzieht, in Gruppen zu leben. Dieses gesellige Verhalten wird durch Versammlungen an bestimmten Orten während der Fortpflanzungsphasen ergänzt.9- Die Zickade und ihre Kleinen: Die große Seemerzickade vermehrt sich in der Regel während der heißen Sommer- und Frühlingsmonate. Daraufhin bewahrt das Weibchen all seine Eier unter seinem Bauch bis zur Schlüpfung auf. Sie hat sogar kleine Scheren an ihren Hinterbeinen, um Zugang zu ihrem Gelege zu erhalten und es richtig zu pflegen. Das Folgende ist noch wenig bekannt, da bis heute wenige Larven gefunden und beobachtet wurden. Die Hypothesen neigen dazu, dass es eine planktonische Wachstumsphase gibt, gefolgt von einer Phase, in der die juvenilen Tiere in die Tiefen des Meeres zurückkehren würden.10- Ein gesuchtes Gericht: Obwohl selten, war die große Seemerzickade ein gesuchtes und von Liebhabern von Meeresfrüchten geschätztes Gericht. Aber seit der Verordnung vom 26. November 1992 ist diese Art in Frankreich völlig geschützt. Sie gehört auch zu den in der europäischen Richtlinie zum Schutz der Lebensräume genannten Arten. Leider enden diese Schutzmaßnahmen an den einfachen Grenzen der Länder, sodass die Exemplare entlang der afrikanischen Küsten immer noch starkem Fischereidruck ausgesetzt sind.

Fabien Valladier

https://vimeo.com/274271196.Titelbild © Nicolas Barraqué

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