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Tauchen Sie ins kalte Wasser ein!

Lust auf neue Tauchabenteuer? Die Rubrik „Leinen los“ nimmt Sie mit an inspirierende Destinationen, die jeweils unter einem eigenen Leitmotiv stehen. In dieser Ausgabe geht es in eisige Welten – zwischen spektakulären Landschaften und außergewöhnlichen Begegnungen – von der Antarktis über Island bis zur Weißen See.

GPS Koordinaten

  • Spitzbergen: 78° 54′ 00″ N – 018° 01′ 00″ E
  • Weiße See: 65° 30′ N – 037° 00′ E
  • Island: 64° 57′ 47″ N – 019° 01′ 15″ W
  • Antarktis: 63° 23′ S – 057° 00′ E
  • Alpen: 45° 06’38’’ N – 005° 52’ 29’’ E

Antarktis: der Kontinent der Extreme

Für alle, die sich dorthin wagen, bietet die Antarktis ein einzigartiges und intensives Erlebnis. Expeditionskreuzfahrten ermöglichen den Zugang zu einer der letzten großen unberührten Regionen der Erde – und eröffnen zugleich die Möglichkeit, mitten unter Eisbergen zu tauchen.

Ein Taucher trifft auf eine neugierige Robbe in kristallklarem Wasser, das die Fülle des Meereslebens veranschaulicht.
Begegnung mit dem Leopardenrobben, einer ikonischen und fast mythischen Art der antarktischen Gewässer, bekannt für ihre eindrucksvolle Kieferstruktur.
Foto: Éric Le Coedic

Eine außergewöhnliche Fauna

Die Antarktis beherbergt eine beeindruckende Vielfalt an Tierarten – von großen Meeressäugern bis hin zu kleinsten Krebstieren. Zu den Robben zählen unter anderem die Weddellrobbe, die Rossrobbe, die Krabbenfresser-Robbe, der Südliche See-Elefant sowie der berühmte Seeleopard.

Auch zahlreiche Walarten nutzen die nährstoffreichen Gewässer zum Fressen, darunter Buckelwale, Orcas und Pottwale. Große Pinguinkolonien, insbesondere die des Kaiserpinguins, verleihen diesem außergewöhnlichen Lebensraum eine besondere Dynamik.

Die Schönheit der Landschaften

Über der Wasseroberfläche entfaltet sich eine Landschaft aus Eis, Weite und Stille. Gigantische Eisberge prägen das Bild ebenso wie eine vielfältige Vogelwelt mit Albatrossen und Sturmtauchern. Robben und Pinguine vervollständigen dieses eindrucksvolle Naturpanorama.

Praktische Informationen

  • Zeitzone: – 4 Stunden
  • Wassertemperatur: zwischen -1 und -2 °C
  • Beste Saison: November bis März
  • Ausrüstung: Trockenanzug
  • Tauchlevel: Erfahrung mit extremen Bedingungen erforderlich
  • Veranstalter: Ultramarina und spezialisierte Agenturen
  • Budget: ab 10.000 Euro

Island: kristallklare Gewässer voller Kontraste

Nur wenige Flugstunden entfernt bietet Island spektakuläre Unterwasserlandschaften in außergewöhnlich klaren Gewässern. Tauchgänge hier gehören zu den eindrucksvollsten Erlebnissen im Nordatlantik.

Die Silfra-Spalte

Zu den bekanntesten Tauchplätzen zählt die Silfra-Spalte. Zwischen zwei tektonischen Platten gelegen, ermöglicht sie eine Sichtweite von über 100 Metern in nahezu surreal klaren Bedingungen – ein einzigartiges Taucherlebnis zwischen Kontinenten.

Taucher erkunden eine faszinierende Unterwasserlandschaft mit Felsformationen und kristallklarem Wasser.
Zwischen einer reichen Meeresfauna und von geologischen Prozessen geformten Unterwasserlandschaften bietet Island eine außergewöhnliche Vielfalt an Tauchmöglichkeiten.
Foto: Grant Henderson / Alamy

Weitere Orte zum Entdecken

  • Litlaa: Ein Schnorchelspot mit etwa 17 °C Wassertemperatur – ideal, um die Lichtspiele auf vulkanischen Sandformationen zu beobachten.
  • Gardur: Auch als „Der Garten“ bekannt, beeindruckt dieser Spot mit einem dichten und lebendigen Kelpwald.
  • Öltanker El Grillo: Ein Wrack in rund 45 Metern Tiefe vor der Küste von Seyðisfjörður – ein eindrucksvolles Ziel für erfahrene Taucher.

Über Wasser

Nicht verpassen: das Althing, ein historisches Naturamphitheater, in dem 1944 die Republik Island ausgerufen wurde.

Praktische Informationen

  • Zeitzone: -1 h im Winter, -2 h im Sommer
  • Wassertemperatur: 5 bis 11 °C
  • Saison: ganzjährig zugänglich
  • Ausrüstung: Trockenanzug
  • Tauchlevel: sichere Beherrschung des Trockenanzugs erforderlich
  • Veranstalter: Organisation über den bevorzugten Reiseveranstalter
  • Budget: etwa 250 Euro pro Tauchgang in Silfra

In der Weißen See: das Eis brechen, um ins Wasser zu gehen

Die Weiße See im Norden Russlands friert bereits im Oktober zu, hält jedoch für jene, die sich dorthin wagen, erstaunliche Überraschungen bereit.

Ein Leben unter dem Eis

Unter der Eisdecke bleibt das marine Leben aktiv: Fische, Krabben, Weichkorallen (Alcyonaria) und – mit etwas Glück – sogar Belugas. Die Sichtweiten können bis zu 50 Meter erreichen und eröffnen eindrucksvolle Lichtspiele in einer nahezu surrealen Unterwasserwelt.

Ein Taucher erkundet ein lebendiges Unterwasserökosystem, reich an Korallen und Anemonen.
Kontrast mit den bunten Anemonen.
Foto: Westend61 / Alamy

Tauchbedingungen

Für den Einstieg ins Wasser muss das Eis aufgeschnitten und ein sogenanntes „Maina“ (Einstiegsloch) vorbereitet werden. Zwischen den Tauchgängen stehen beheizte Holzhütten zur Verfügung, in denen man sich aufwärmen kann.

Über Wasser

Die Küste der Weißen See ist reich an Geschichte und kulturellem Erbe. Petroglyphen und alte Klöster zeugen von der tiefen Spiritualität des russischen Nordens.

Nach einem Tauchtag bietet eine Banja, die traditionelle russische Sauna, einen besonderen Moment der Entspannung – oft begleitet vom Blick auf die Nordlichter.

Praktische Informationen

  • Zeitzone: + 1 h im Sommer, + 2 h im Winter
  • Wassertemperatur: zwischen -1 und -2 °C
  • Saison: Mitte Februar bis Mitte April
  • Ausrüstung: Trockentauchanzug
  • Tauchlevel: PADI Ice Divers oder gleichwertige Qualifikation erforderlich
  • Veranstalter: Ultramarina
  • Budget: ca. 4.000 Euro pro Woche

Die Wahl der Profis

Christophe Paul (Abyssworld): Tauchsafari in Spitzbergen

Spitzbergen, im Herzen der Arktis gelegen, bietet zwischen Ende April und Anfang Mai außergewöhnliche Tauchbedingungen. In den kristallklaren Gewässern treffen Taucher auf dichte Kelpwälder sowie eindrucksvolle Wracks, die zu Erkundungen einladen.

Eisbär vor einer bergigen Kulisse, Symbol für die Biodiversität der arktischen und maritimen Regionen.
Foto: Rémi Fabre.

Für weitere Informationen:  Abyssworld

Romain Libet von Seal Adventures: Freitauchen unter dem Eis in den Alpen

Freitauchen unter Eis ist für alle zugänglich und erfordert keine spezielle Zertifizierung. Es bietet ein außergewöhnliches Erlebnis, um eindrucksvolle und ungewöhnliche Unterwasserlandschaften zu entdecken.

Für weitere Informationen:  Seal Adventures

Fazit

Ob in der Antarktis, in Island oder in der Weißen See – gefrorene Gewässer eröffnen außergewöhnliche Taucherlebnisse. Wer sich darauf einlässt, begegnet einer einzigartigen Verbindung aus Tierwelt und Landschaften von eindrucksvoller, fast surrealer Schönheit.

Dieser Artikel, ursprünglich von Isabelle Croizeau für unsere Printausgabe verfasst, wurde für das Web angepasst.
Eröffnungsfoto: Seal Adventures.

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