Jedes Jahr treffen sich in Bologna, Düsseldorf und Paris Taucher aus aller Welt, um ihre gemeinsame Leidenschaft zu feiern. Diese großen Messen sind weit mehr als nur Ausstellungen: Sie bieten die Gelegenheit, die neuesten Marktinnovationen zu entdecken, die nächsten Tauchurlaube zu planen (oder zu erträumen) und Fachleute sowie Amateure aus der ganzen Welt zu treffen. Hinter dem Erfolg dieser Veranstaltungen stehen leidenschaftliche Organisatoren, die sowohl den Besuchern als auch den Ausstellern zuhören.

Ein mit Spannung erwarteter Winter 2022 für die Tauchgemeinschaft
Der Winter 2022 verspricht nach einem Jahr voller Absagen einen frischen Wind für die Tauchwelt. Die Erwartungen sind hoch für den Salon in Paris (vom 7. bis 10. Januar), die Boot Düsseldorf (vom 22. bis 30. Januar) und die Eudi Show in Bologna (vom 25. bis 27. Februar).
Für Hélène de Tayrac-Senik, Präsidentin der Internationalen Tauchmesse, sind diese Zusammenkünfte wesentlich: „Die erste Priorität ist, sich zu treffen, um über unsere gemeinsame Leidenschaft, das Tauchen, zu sprechen. Menschen, die sich im Ausland getroffen haben, finden sich auf der Messe wieder, tauschen ihre neuesten Abenteuer, Pläne und Wünsche aus. Sie wählen auch ihre zukünftige Ausrüstung oder ihr nächstes Reiseziel. Eine virtuelle Veranstaltung kann diese Erfahrung einfach nicht ersetzen!“

Dieses Pariser Treffen wurde Ende der 90er Jahre aus der Zusammenarbeit zwischen Hélène de Tayrac-Senik und dem Taucher Joël Delclos geboren. Während die Akteure des Sektors auf der Nautischen Messe ausstellten, beschlossen sie, eine Messe ausschließlich für die Welt des Tauchens zu gründen. Bereits bei der ersten Ausgabe im März 1999 im Aquaboulevard war der Erfolg bemerkenswert: drei Tage Ausstellungen rund um das Hauptbecken, wo die Besucher das Tauchen ausprobieren konnten.
Das Bestreben, das Tauchen im Inneren der Messe vorzustellen, bleibt ungebrochen: Für die nächste Januar-Ausgabe sind fast 1.000 Einführungen geplant (alle Disziplinen sind vertreten: Gerätetauchen, Apnoetauchen, Rebreathertauchen usw.). Für Hélène de Tayrac-Senik ist „unsere Messe eine Wärmeblase mitten im Winter“.
Boot Düsseldorf: die größte europäische Bootsmesse
Nur 500 Kilometer von Paris entfernt ist Boot Düsseldorf der unverzichtbare europäische Treffpunkt für Liebhaber des Meeres und des Wassersports. 1969 gegründet, erstreckt sich diese Messe über neun Tage und ehrt alle Wasserfahrzeuge, vom Segelboot bis zur Superyacht, über Motorboote und den Surfbereich, einschließlich der Attraktion „The Wave“, einer künstlichen Welle, die in Halle 8a aufgebaut ist.
Die Hallen 11 und 12 sind ganz dem Tauchen gewidmet. Petros Michelidakis, Direktor der Boot Düsseldorf seit 2016, erklärt: „Seit 1979 ist die Messe Vorreiter bei der Präsentation von Tauchausrüstung und ermöglicht es den Besuchern, Ausrüstung in einem Wasserturm zu testen.“ Die große Neuheit im Jahr 2022: Ein gläserner Taucherturm (Panoramablick 360°, 8 Meter breit und 4 Meter tief), in dem Hunderte von Tauchern eintauchen können, um Ausrüstung zu testen oder einfach nur aus Spaß. Es wird empfohlen, seinen Zeitschlitz im Voraus zu buchen auf www.boot.com.

Petros Michelidakis, von griechischer Herkunft, möchte selbst eine Taucheinführung nutzen, da er normalerweise gerne segelt oder paddelt. Er betont: „Die Anziehungskraft des Tauchens ist unglaublich. Sobald man die Hallen 11 und 12 betritt, spürt man diese besondere Emotion, die unter Tauchern geteilt wird. Deutschland zählt etwa 1,6 Millionen Taucher, aber die Boot Düsseldorf zieht die gesamte internationale Gemeinschaft an. Es ist ein Riesenspektakel, zu dem man mit der Familie, Freunden kommt und bei dem man auch neue Freunde findet!“
Eudi Show: das große italienische Tauchfest
In Italien wurde die Europäische Tauchermesse – Eudi Show – 1982 in Verona ins Leben gerufen. Schon in den ersten Jahren war der Erfolg überwältigend. Von 1996 bis 2003 fand die Messe in den Hallen von Bologna Fiere statt, dann dreimal in Rom Fiumicino und machte sogar Halt in Genua für die Ausgabe 2004. Die jetzige Organisation wird seit 2010 von Dante Porta, einem erfahrenen Taucher und Veranstaltungsorganisator, geleitet. Sein Ziel: „Die Eudi Show zu einem riesigen Tauchfest machen, die bestmögliche Kerbe, die den Austausch zwischen allen Bereichen unseres Universums verstärkt. Wir haben so das ‚Apnoe-Dorf‘ geschaffen.“

Jahr für Jahr setzt sich die Eudi Show als ein Festival der Begegnungen und des Austauschs durch. Über 250 Veranstaltungen finden an drei Tagen in der Video- und Fotouniversität, auf Bühnen, in technischen Bereichen und vier Konferenzräumen mit legendären Namen des italienischen Tauchens wie Luigi Ferraro und Enzo Maiorca statt. Bedeutende Persönlichkeiten kommen, um ihre Erfahrungen zu teilen.
Für Dante Porta: „Jede Ausgabe bereichert die Vielfalt der Inhalte: Talkshows, Konferenzen, technische Schulungen… Unsere Foto- und Videowettbewerbe sind sehr renommiert, darunter eine Kategorie für Kinder ab 9 Jahren.“ Die Besucher sind von bemerkenswerter Treue: Einmal, trotz Schneefall, der die Autobahnen lahmlegte, kamen die Enthusiasten dennoch und zeigten ihre Verbundenheit mit der Veranstaltung. Die 28. Ausgabe, geplant in Bologna, wird nach zwei Jahren Pause mit Spannung erwartet (die letzte im März 2019 vereinte 300 Aussteller aus allen Bereichen und 30.000 Besucher). Dante Porta erinnert sich: „Vier Tage vor der Ausgabe 2020, als alles bereit war, wurde die Eudi Show von den Behörden aufgrund der Pandemie abgesagt.“
Organisation, Logistik und prägende Erinnerungen
Im Januar 2020, trotz eines unsicheren Klimas, konnten die Messen in Düsseldorf und Paris stattfinden, nicht jedoch 2021. Diese großen Veranstaltungen werden mehr als ein Jahr im Voraus vorbereitet. Hélène de Tayrac-Senik erinnert sich: „Im Frühjahr 2020, nach dem ersten Lockdown, hatte ich wie gewohnt unsere Räume an der Porte de Versailles gebucht. Doch schnell wurde klar, dass die ausländischen Aussteller und Besucher nicht kommen können und die Besucherzahl von 5.000 auf 1.000 pro Tag reduziert werden würde. Unmöglich, wenn man bedenkt, dass wir bei der vorherigen Ausgabe 63.000 Personen begrüßt hatten! Es musste der Aufschub und dann die Absage der Messe angekündigt werden.“

Hinter der Veranstaltung arbeiten fast tausend Personen an ihrem Erfolg. Die Organisatorin erklärt: „Ich arbeite im Vertrauen mit meinen Partnern, von der Standgestaltung (technisch, ästhetisch) bis zur allgemeinen Organisation. Jede Ausgabe muss sich neu erfinden: neue Atmosphären, Materialwahl, strategische Positionierung der Bereiche. Die Anordnung der Stände ist der Eckpfeiler der Messe.“
Der Höhepunkt für sie kommt am Mittwochmorgen um 8 Uhr, zwei Tage vor der Eröffnung: „Alles belebt sich, die Stände werden aufgebaut, treue Kunden, neue Aussteller und Lieferanten treffen sich in einem gemeinsamen Taumel.“ Die Magie funktioniert: für sie ist jede Messe „wie eine Geburt“, zwischen Enthusiasmus und Überraschungen. Unter den erwarteten Highlights: die fotografischen Erzählungen von Greg Lecœur in der Antarktis, seine Weltreise mit dem Apnoetaucher Pierre Frolla oder die neuen Gombessa-Expeditionen von Laurent Ballesta und seinem Team.
Bologna, ein unverzichtbares Treffen auch für Frankophone
Hersteller, Reedereien, Reiseveranstalter, Tauchzentren… alle Fachleute des Tauchens nehmen am Eudi Show in Bologna teil, um sich mit den europäischen Tauchern auszutauschen. Das frankophone Publikum bleibt nicht hinterher: sie sollen zwischen 500.000 und 1 Million sein, während in Italien 600.000 Taucher (Männer von 24 bis 54 Jahren, hauptsächlich) gezählt werden.
Ein großes Einkaufsviertel ermöglicht den direkten Kauf von Material vor Ort. Dante Porta bemerkt: „Die Erwartungen ändern sich: Früher suchten die Besucher nach Dienstleistungen und Neuheiten. Heute wollen sie technische Ratschläge, Konferenzen usw. Wir bereiten eine reiche 2022-Ausgabe vor: wir werden insbesondere die italienische Unterwasserfischereimannschaft und ihren Weltmeister feiern.“
Boot Düsseldorf: neun Tage um alle Wassersportarten zu feiern
In Deutschland bereitet ein ganzes Team die Boot Düsseldorf vor. Diese riesige Veranstaltung dauert neun Tage, erstreckt sich über 17 Hallen (220.000 m², 1.500 Aussteller) und zieht rund 200.000 Besucher an. Alle Wassersportarten werden gefeiert und der Tauchsektor strahlt weltweit, um Innovationen und Neuheiten zu präsentieren. „Nach der Gesundheitskrise ist es wichtig, unsere Unterstützung für den Sektor zu zeigen“, gesteht Petros Michelidakis. „Wir wollten die Sichtbarkeit des Tauchens weiter stärken, indem wir unter anderem unseren neuen Taucherturm in Halle 12 eingeweiht haben.“

Zum ersten Mal vergibt die Boot Düsseldorf auch den Preis für den besten Aussteller und empfängt Schulgruppen. Petros Michelidakis möchte, dass die junge Generation das Tauchen entdeckt und sich für Unterwasseraktivitäten begeistert: „Es muss den neuen Generationen nahegebracht werden, und dass die Entdeckung der Unterwasserwelt noch mehr Menschen anzieht.“
Alle Organisatoren teilen diese Überzeugung: Die Messen sind weit davon entfernt, einfache Schaufenster zu sein. Sie sind wesentliche Motoren, um die Gemeinschaft der Tauchliebhaber zu vergrößern.




