Eine Unterwasserwrack zu fotografieren ist ein fesselndes Abenteuer für jeden Fotografen. Die Magie dieser historischen Überreste einzufangen, stellt eine einzigartige Herausforderung dar, die für jeden zugänglich ist, unabhängig vom Erfahrungsstand oder der verwendeten Ausrüstung. Lassen Sie uns gemeinsam verschiedene Ansätze erkunden, um diese versunkenen Schätze zu verewigen.

Die Stimmung mit dem Umgebungslicht einfangen
Natürliches Licht ist ideal, um die geheimnisvolle Atmosphäre eines Wracks wiederzugeben. Um Erfolg zu haben, ist eine gute Sichtbarkeit unerlässlich. Das Einbeziehen von Tauchern im Bildrahmen vermittelt einen Eindruck von der Größe.
- Blickwinkel: Suchen Sie nach einem charakteristischen Winkel Ihres Motivs.
- Untersicht: Achten Sie auf zu starke Gegenlichtaufnahmen.
Beispiel: Der Bug der „Grec“, fotografiert von Dominique Barray bei guter Sicht (1/80 s – f/8 – 800 Iso – 16 mm).
Schwarz-weiß: ein beeindruckendes grafisches Ergebnis
Wracks eignen sich hervorragend für Schwarz-Weiß-Aufnahmen und bieten ein beeindruckendes grafisches Ergebnis. Stellen Sie die Kamera nicht direkt auf Schwarz-Weiß ein, da das Bild sonst dunkel und gleichförmig mit einer cyanfarbenen Dominante wird.
- Empfohlene Methode: Fotografieren Sie in Farbe (RGB-Modus) und führen Sie die Umwandlung in der Nachbearbeitung mit einer Bildbearbeitungssoftware durch.
- Wichtige Retuschen: Reduzieren Sie die cyanfarbene Dominante und erhöhen Sie den Kontrast, bevor Sie in Schwarz-Weiß konvertieren.
Beispiel: Das Deck der „Donator“ nach retuschierter Schwarz-Weiß-Umwandlung (1/100 s – f/11 – 800 Iso – 16 mm).
Die besondere Atmosphäre der Aufnahmen in der Dämmerung
Ein Wrack in der Dämmerung zu fotografieren, bei Sonnenuntergang, schafft eine einzigartige Stimmung. Diese Bilder erfordern eine höhere Empfindlichkeit (800 bis 6400 Iso) und zusätzliche künstliche Beleuchtung.

- Beleuchtung: Verwenden Sie starke Lampen, die diskret positioniert sind, oder bitten Sie Taucher, von oben zu beleuchten, und vermeiden Sie, das Licht auf die Kamera zu richten.
- Stabilität: Bleiben Sie beim Auslösen still, besonders bei langsamer Verschlusszeit (unter 1/60 s).
Beispiel: Das Schaufelrad der „Ville de Grasse“ in der Dämmerung (1/100 s – f/8 – 3200 Iso – 16 mm).
Mit Reflexionen spielen: Halbe Luft, halbes Wasser Fotos
Für seichte Wracks (weniger als 15 m) versuchen Sie das Foto „halbe Luft, halbes Wasser“.

- Einstellungen: Verwenden Sie eine geschlossene Blende (über f/8) und eine Unterbelichtung (-1 EV), um die beiden Teile des Bildes auszugleichen und die Tiefenschärfe zu maximieren.
- Licht: Vermeiden Sie die Sonne direkt im Bild.
- Geschwindigkeit: Wählen Sie eine schnelle Verschlusszeit (über 1/125 s) und zögern Sie nicht, mehrere Aufnahmen zu machen.
- Nachbearbeitung: Hellen Sie den untergetauchten Teil leicht auf.
Beispiel: Der Bug der „Cimentier“ in halber Luft, halbem Wasser (1/200 s – f/11 – 200 Iso – 16 mm).
Das Wrack-Panorama: ein Gesamtüberblick
Die Erfahreneren können Panoramen durch Zusammenfügen von Bildern von einem festen Punkt aus erstellen.

- Technik: Positionieren Sie die Kamera vertikal, im manuellen Modus für Belichtung und Fokussierung.
- Winkel: Überschreiten Sie nicht einen Winkel von 160°, um Verzerrungen zu minimieren.
- Überlappung: Sorgen Sie für eine Überlappung von mindestens 50% zwischen den Bildern.
Beispiel: Zusammenfügung von 8 Bildern des Decks der „Donator“ (1/80 s – f/9 – 800 Iso – 16 mm).
Welche Ausrüstung, um Wracks zu fotografieren?
Die Kompaktkameras
Ein Weitwinkel-Zusatzobjektiv oder sogar ein Fish-Eye ist für Kompaktkameras unerlässlich, um nahe am Motiv zu bleiben und gleichzeitig einen großen Teil des Wracks zu erfassen.
- Gehäuse: Wählen Sie ein Gehäuse, das es ermöglicht, ein Zusatzobjektiv über ein Gewinde (67 mm Durchmesser) oder eine Bajonettfassung zu befestigen.
- Empfindlichkeit: Bevorzugen Sie eine Kamera, die eine höhere Empfindlichkeit (über 400 Iso) ohne Qualitätsverlust bietet.

Die Spiegelreflex- und Hybridkameras
Für diese Kameras sind ebenfalls ein Weitwinkel- oder Fish-Eye-Objektiv sowie eine geeignete Kuppel erforderlich.
- Kuppel: Verwenden Sie einen Zwischenring, um die Position des Objektivs zu optimieren, Verzerrungen zu minimieren und Vignettierung zu vermeiden.
- Informationen: Besuchen Sie die Websites der Gehäusehersteller, um spezifische Informationen für jedes Objektiv zu erhalten.

Weitwinkel oder Fish-Eye: welche Wahl?
- Fish-Eye: Bietet einen Betrachtungswinkel von 180°, ideal für die Annäherung. Die Schärfe ist ab f/8 optimal. Der größte Nachteil ist die Verzerrung, die eine sorgfältige Rahmung und besondere Aufmerksamkeit für störende Reflexionen erfordert.
Beispiel: Wrack der „Cedar Price“ (1/80 s – f/10 – 800 Iso – Fish-Eye 15 mm).
- Weitwinkel: Zooms (12-24 mm oder 16-35 mm) bieten mehr Vielseitigkeit. Die Verzerrungen sind weniger ausgeprägt als bei einem Fish-Eye. Achten Sie auf die Tiefenschärfe und blenden Sie ab, um optimale Schärfe zu gewährleisten.
Beispiel: Steuerrad der „Dame blanche“ (1/125 s – f/7.1 – 200 Iso – 12 mm).

Die Bedeutung der Beleuchtung
Die Verwendung von zwei Blitzgeräten (oder Lampen) ermöglicht es, ein nahe gelegenes Motiv (weniger als 2 Meter) hervorzuheben und dem Bild Tiefe zu verleihen.
- Positionierung: Halten Sie die Blitze vom Bullauge fern, um Reflexionen zu vermeiden.
- Partikelmanagement: Schalten Sie den Blitz auf der dem beleuchteten Motiv gegenüberliegenden Seite aus, um die Partikelpräsenz zu minimieren.
Beispiel: Die P47 Thunderbolt von Miomo mit beleuchtetem Motor (1/160 s – f/7.1 – 200 Iso – 12 mm).
Dieser Artikel, ursprünglich von Dominique Barray für die Printausgabe von PLONGEZ! geschrieben, wurde für das Web angepasst.




