Bürgerwissenschaften: Helfen Sie bei der Untersuchung der transparenten Sphären!

Zwischen 2001 und 2018 wurden 46 große transparente Kugeln in europäischen Gewässern beobachtet. Wissenschaftler untersuchen derzeit diese Organismen und benötigen Gewebeproben, um genau herauszufinden, worum es sich handelt. Sie bitten Taucher, die auf diese Kugeln während Tauchgängen stoßen, Proben zu entnehmen.

Im Sommer 2017 filmten oder fotografierten mehrere Taucher diese riesigen transparenten Kugeln, was die Aufmerksamkeit der Medien und einer Gruppe von Wissenschaftlern auf sich zog. Diese Wissenschaftler, die aus mehreren europäischen Ländern stammen, arbeiteten zusammen, um alle verfügbaren Informationen über diese Kugeln zu sammeln und herauszufinden, was sie sind.

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Diese Kugel wurde 2011 in Italien in 50 Metern Tiefe beobachtet. Sie ähnelt denen, die in Norwegen beobachtet wurden. © Edoardo Ruspantini

Sie wurden vor der Küste Norwegens und Schwedens sowie im Mittelmeer gesehen. Obwohl damals keine Entnahme durchgeführt wurde, entdeckten die Wissenschaftler ein ziemlich ähnliches Phänomen, das als Ansammlung von Eiern einer pelagischen Tintenfischart des Pazifiks und der nordafrikanischen Küsten beschrieben wurde. Daher kann man die Hypothese aufstellen, dass ein Tintenfisch an der Bildung der kürzlich beobachteten Kugeln beteiligt sein könnte. Wenn es Tauchern gelingt, eine Probe zu entnehmen und an dieses Team zu senden, könnte dieses Rätsel durch eine DNA-Analyse gelöst werden.

Ihr Durchmesser kann zwischen 30 cm und 2 Metern variieren und sie wurden meist zwischen April und September gesichtet. Die aktuell verfügbaren Bilder wurden von Freizeit-Tauchern gemacht, die Mehrheit der Beobachtungen fand vor der Südküste Norwegens und im westlichen Mittelmeer statt (Kroatien, Italien, Frankreich, Spanien und Malta) und zwischen 50 cm und 52 Metern Tiefe, in einem Wasser zwischen 10 und 21°C.

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Die roten Punkte repräsentieren die Beobachtungsorte der transparenten Kugeln. © Halldis Ringvold/ Sea Snack Norway

27 der Beobachtungen wurden in einem wissenschaftlichen Artikel der Zeitschrift Marine Biology Research zusammengefasst (Ringvold & Taite 2018), und 19 wurden nach der Veröffentlichung gemeldet. Das Dokument vergleicht Eikapseln von Kopffüßern aus der ganzen Welt. Die Beobachtungen der transparenten Kugeln scheinen sich von allem zu unterscheiden, was zuvor beobachtet wurde. Die Wissenschaftler haben die Theorie, dass der europäische Tintenfisch Todarodes sagittatus, ein Kandidat sein könnte, da niemand jemals Eier oder wilde Kugeln dieser Art beschrieben hat. Aber im Moment, ohne Beweis, gibt es keine Möglichkeit, sicher zu sein.

Verfahren zur Entnahme einer Probe

Die Forscher benötigen Ihre Hilfe, um Gewebeproben von einer dieser Kugeln zu entnehmen, sollten Sie während eines Tauchgangs auf eine stoßen.

– Um eine Probe zu erhalten, müssen Sie ein Stück der Kugel abschneiden. Ein kleines Stück von der Größe eines Daumennagels genügt. Versuchen Sie, es durch die Wand der Kugel zu schneiden, kratzen Sie nicht nur an der Oberfläche. Oberflächliche Gewebe könnten durch Bakterien und Algen kontaminiert sein.

– Die entnommenen Gewebe müssen an die Oberfläche gebracht werden (in einem kleinen Behälter oder Beutel, falls vorhanden).

– Die Probe sollte dann so schnell wie möglich eingefroren werden. Dazu legen Sie sie in einem sauberen Plastikbeutel ins Gefrierfach.

– Kontaktieren Sie schließlich das wissenschaftliche Team, das Sie anleiten wird, um die Probe richtig zu lagern und für Analysen vorzubereiten.

– Zusätzlich zum Gewebe wünschen sich die Forscher eine Notiz über die ungefähre Größe der Kugel, den genauesten möglichen Standort sowie die Tiefe, Temperatur und das Habitat. Falls möglich, sollten Sie auch Fotos oder Videos bereitstellen.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte per E-Mail an Halldis Ringvold von Sea Snack Norway: post@buzzingkid.no und Gro I. van der Meeren vom Institute of Marine Research: grom@hi.noText von Halldis Ringvold, Sea Snack Norway/ Gro I. van der Meeren, Institute of Marine Research (IMR)/ Manuel AE Malaquias, Museum, Natural History the University in Bergen/ Geir Johnsen, Norway University of Technology and Science (NTNU)/ Arne Fjellheim, UNI Research Environment/ Roberto Sandulli, DiST, Università di Napoli “Parthenope”.

Aus dem Englischen übersetzt von Margot Harty

Eröffnungsbild: Kugel 2006 in Kroatien in 50 Metern Tiefe beobachtet © Borko Pusic
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