Eher gelassen und ruhig ist der Leopardenhai nicht besonders scheu, und die Taucher haben oft die Zeit, ihn gut zu beobachten und zu fotografieren. Seine Morphologie und seine Färbung sind sehr charakteristisch und lassen kaum Zweifel an seiner Identifizierung aufkommen. Dieses Exemplar in der Natur zu treffen, ist immer eine Quelle für eine schöne Taucherinnerung!

1- Ich mag die Tropen: Diese Haiart findet sich in der nahezu gesamten indopazifischen Region, einschließlich des Roten Meeres und des Persischen Golfs. Ihr Lebensraum erstreckt sich von der Wasseroberfläche bis zu etwa 70 m Tiefe.
2- Leicht zu erkennen: Der Leopardenhai kann bei den größten Exemplaren 3 m erreichen. Seine Lebensdauer wird auf über 25 Jahre geschätzt, mit einem Gewicht von etwa 30 kg. Der vollschlanke Körper der Erwachsenen wird von der Kopf- bis zur Schwanzbasis von großen Kielen durchzogen, die den Eindruck eines gespannten Tuchs auf dem Tier vermitteln. Die Schwanzflosse ist fast so lang wie der Körper und vor allem besitzt sie keinen unteren Lappen.
3- Wir kommen zum Essen: Stegostoma fasciatum ist ein benthischer Hai. Auf sandigen Böden oder von Trümmern bedeckten Bereichen der Korallenplateaus präsent, ist er ein nachtaktiver Jäger, der hauptsächlich Krebstiere und Weichtiere frisst. Natürlich wird er, wenn ein kleiner Fisch in seine Reichweite kommt, diesen nicht verschmähen und sich sicherlich einen kleinen, leckeren Nachtisch gönnen.
4- Die hübschen Zähnchen: Wie alle Haie erneuern sich die Zähne des Leopardenhais kontinuierlich. Sie sind auf einer Art “Förderband” montiert, das es ihnen ermöglicht, sich ständig im Verlauf des Lebens des Tieres zu erneuern. Die Zähne unseres Freundes sind eher kurz und mit 3 Spitzen ausgestattet, die ihm helfen, seine Beute während der Mahlzeiten angemessen festzuhalten.

5- Ein Tier, 2 Namen: Der Leopardenhai ist auch unter dem Namen Zebrahai bekannt. Diese beiden Bezeichnungen rühren daher, dass die Jungtiere eine Abfolge von hellen und dunklen Streifen besitzen, die im Wachsen zu kleinen, über den Körper des Tieres verstreuten Flecken verblassen. Er verändert also im Laufe seines Lebens von einem zebragestreiften zu einem leopardenfleckigen Kleid, was bei Wissenschaftlern eine Zeit lang Verwirrung stiftete, da sie dachten, es handele sich um zwei verschiedene Arten.
6- Gekocht oder gebraten: Unter den verschiedenen Fortpflanzungstechniken, die bei Haien registriert sind, wird bei den Leopardenhaien die Oviparität angewendet. Die gelegten Eier ähneln großen, relativ starren braunen Kapseln, die im Substrat vermischt werden. Die Inkubationszeit kann je nach durchschnittlicher Wassertemperatur zwischen 4 und 5 Monaten schwanken. Je höher die Temperatur, desto kürzer die Dauer. Bis heute wurde eine Besonderheit in Gefangenschaft beobachtet. Ein weiblicher Leopardenhai sei nach mehreren Phasen von sexueller Fortpflanzung parthenogenetisch geworden. Sie hätte sich also von den Männchen befreit, um sich fortzupflanzen…
7- Selten und kostbar: Sehr begehrt wegen seiner Haut, aus der ein festes Leder gewonnen wird, sowie wegen des Öls in seinen Organen, wird der Leopardenhai auch wegen seines Fleisches und seiner Flossen geschätzt. Er ist in der Roten Liste der IUCN (International Union for Conservation of Nature) als gefährdete Art eingestuft, und leider wird seine Fischerei nicht besonders überwacht.

8- Ein einzigartiger Vertreter: Der Leopardenhai repräsentiert allein eine klar definierte Familie und Gattung: die Stegostomatidae. Die Besonderheit dieser Familie und Gattung liegt in einer Art dicker Wulst, die das Maul des Tieres umgibt, um eine bessere Widerstandsfähigkeit gegen die Reibung des Bodens zu gewährleisten, während er nach Nahrung sucht.
9- Die Größe zählt: Die Fortpflanzung ist „oft“ eine Frage der Größe. Die Leopardenhaie machen da keine Ausnahme. Die Männchen werden sexuell reif, wenn sie etwa 1,50 m erreichen, während die Weibchen warten müssen, bis sie etwas mehr als 1,70 m messen, um sich fortpflanzen zu können.
10- Auf zu neuen Horizonten: Obwohl sie salzige tropische Gewässer bevorzugen, haben einige Wissenschaftler beobachtet, dass Leopardenhaie sich in Flussmündungen bewegen und auch ein wenig Flüsse hinaufziehen. Der Salzgehalt scheint für diese Art kein großes Problem darzustellen.
Fabien Valladier.
Eröffnungsbild © Nicolas Barraqué




