Chronique

Mittelmeer-Chronik – Das Coralligène, das Wunder des Mittelmeers

Ein Regenbogen aus Farben

Der Koralligenous ist der reichste und farbenprächtigste Unterwasserlebensraum im Mittelmeer. Er wird hauptsächlich durch die Ansammlung von Kalk gebildet, der von krustigen Rotalgen, den Korallenalgen, produziert wird. Die dominierenden Farben des Koralligenous variieren je nach Tiefe, Licht und vorhandenen Arten. Generell beobachtet man Rot, Rosa und Purpur in den von Algen dominierten Zonen, Gelb und Ocker bei Schwämmen, einigen Gorgonien oder auch Seescheiden. Der Koralligenous kann weiße Variationen mit Bryozoen aufweisen oder leider auch solche, die Kolonien toter Organismen präsentieren. Er ist violett bis dunkelrot mit den Gorgonien, die ihn berühmt machen. Er ist grün oder braun mit seinen Algen und manchmal ganz bläulich, wenn das Licht spärlich ist.

Purpur
Purpurrote Gorgonie am Sec des Sarraniers. © Nicolas Barraqué

Das Ganze ergibt eine sehr farbenfrohe und komplexe Landschaft, die typisch für die schattigen und schwach beleuchteten Bereiche zwischen 20 und 100 Meter Tiefe ist. Seine Schönheit muss sich nicht hinter den Korallenriffen der Tropen verstecken. Die Koralligenous-Riffe bedecken an unserer Küste eine kumulierte kleine Fläche von 5.178 Hektar. Diese Zahl ist deutlich geringer als unsere Seegraswiesen von Posidonie (80.000 Hektar). Sein Wachstum ist sehr langsam, nur wenige Millimeter pro Jahr.

Koralle
© Dominique Barray.

Der Favorit der Taucher

Diese ganze Farbkombination und Formvielfalt zieht an. Umso mehr, als dass der Koralligenous ein Lebensraum für viele Fisch- und Krustentierarten ist, von Langusten über Zackenbarsche bis hin zu rotem Korall und Gorgonien. Die Anzahl der Arten, die im Koralligenous vorkommen, wird auf 1800 geschätzt. Das entspricht 15 bis 20 % der bekannten Arten im Mittelmeer. Einige Studien sprechen von einer durchschnittlichen Dichte von 300 verschiedenen Arten pro Quadratmeter Koralligenous. Diese blühende Vielfalt macht ihn zu einem Hotspot für das Sporttauchen.

Orange
Der Sec du Langoustier. © Nicolas Barraqué.

Unter Druck

Wegen dieser Schönheit und des ökologischen Reichtums steht der Koralligenous unter dem Druck der maritimen Aktivitäten. Der Berufs- und Angelfischfang wie Netze beeinträchtigen das natürliche Umfeld. Heute findet man auf mehr als 50 % der Koralligenous-Gebiete verlassene Fischfanggeräte. Das Ankern von Schiffen, obwohl in deutlich geringerem Umfang als bei den Posidonien, beeinträchtigt einige Standorte, indem es insbesondere die Bestände von roten Gorgonien zerstört. Tauchen wird oft als eine Quelle der Beeinträchtigung des Koralligenous genannt. Studien zu diesem Thema haben ergeben, dass der Einfluss auf den Lebensraum null oder vernachlässigbar ist, abgesehen von der Störung der Arten, die manchmal überschätzt wird. Die bedeutendste Bedrohung für diesen Lebensraum sind die Auswirkungen des Klimawandels. Meereshitzewellen verursachen manchmal einen massiven und lokalen Tod von Gorgonien, was die Taucher sehr bedauern, die von einer üppigen Meereswaldlandschaft zu einem trostlosen Anblick übergehen. Glücklicherweise ermöglicht die Resilienz des Meereslebens einen gewissen Optimismus, wie die Erholungen und Neuwachse seit der letzten Hitzewelle im Sommer 2023 zeigen.

@nico
Der Sec des Carrières. © Nicolas Barraqué.

Die Hoffnung auf Wiederherstellung

Nach dem Vorbild der Seegraswiesen von Posidonie werden Arbeiten gestartet, um Lösungen für die Wiederherstellung des Koralligenous zu definieren. Es ist wichtig zu betonen, dass das oberste Ziel, das wir alle haben sollten, darin besteht, die maritimen Lebensräume nicht zu beschädigen oder zu zerstören. Wir können nur froh darüber sein, dass es das Ziel ist, in Zukunft technische Lösungen zur Wiederherstellung verlorener ökologischer Funktionen oder zur lokalen Wiederansiedlung verschwundener Arten zu haben. Der Weg ist lang, aber die ersten Arbeiten wie die RESCOR- und OP Coral-Erfahrungen am Standort Villefranche zeigen sehr ermutigende Ergebnisse.

Ring
© Gombessa.

Immer wieder Wunder

Man kann über den Koralligenous nicht sprechen, ohne die letzte GOMBESSA-Expedition zu den Ringen des cap Corse zu erwähnen. In einer Tiefe von etwa hundert Metern zeigen uns diese Ringe, deren geografische Lage nicht weit von der Küste entfernt ist, ein weiteres Mal die Grenzen unseres Wissens und unseres Verständnisses der Funktionsweise des Mittelmeers. Diese ungewöhnlichen Strukturen beherbergen ein außergewöhnliches Meeresleben, von dem einige Arten zum ersten Mal illustriert oder beschrieben werden. Das gibt uns zusätzliche Hoffnung, dass das Mittelmeer uns noch viele schöne Entdeckungen bereithält und ermutigt uns, umso mehr für seinen Schutz zu wirken.

Für weitere Informationen

Medtrix : Überwachungsbericht Nr. 22

https://oceansmagazin.de/regards-sur-la-mediterranee-labecedaire-du-coralligene/
https://www.youtube.com/watch?v=KALtjclocrI

Nicolas Barraqué

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