Korallenriffe gehören zu den artenreichsten Lebensräumen unseres Planeten – und zu den am stärksten bedrohten. Bereits heute gilt rund die Hälfte der weltweiten Korallenriffe als zerstört. Wissenschaftler warnen, dass ohne wirksame Gegenmaßnahmen bis 2050 über 95 % der Korallenriffe verschwinden könnten. Grundlage dieser Einschätzung ist der Sonderbericht „Global Warming of 1.5°C“ des Weltklimarats IPCC aus dem Jahr 2018.
Während vielerorts nach Lösungen gesucht wird, verfolgt das Schweizer Unternehmen rrreefs einen ungewöhnlichen Ansatz: Mithilfe modularer, 3D-gedruckter Tonstrukturen sollen zerstörte Riffbereiche wieder zu funktionierenden Lebensräumen werden.
Künstliche Strukturen als Grundlage für neues Leben
Das 2021 gegründete Start-up entstand als Spin-off der ETH Zürich und entwickelt speziell geformte Tonmodule, die unter Wasser zu komplexen Riffstrukturen zusammengesetzt werden. Die Module sollen natürlichen Korallenriffen ähneln und zahlreichen Meeresorganismen Schutz, Siedlungsflächen und neue Lebensräume bieten.
Im Gegensatz zu vielen klassischen Restaurierungsmethoden setzt rrreefs auf langlebige, plastikfreie Materialien und ein modulares System, das ohne schwere Maschinen installiert werden kann. Die Strukturen werden gemeinsam mit lokalen Partnern vor Ort aufgebaut und langfristig wissenschaftlich begleitet.
Nach Angaben des Unternehmens wurden die Systeme in den vergangenen vier Jahren in fünf Ländern getestet und kontinuierlich weiterentwickelt. Heute ist rrreefs nach eigenen Angaben in zehn Ländern aktiv.

Foto: rrreefs / Dana Bjarner
Messbare Ergebnisse unter Wasser
Die bisherigen Resultate sind vielversprechend. Auf einer Fläche von 100 Quadratmetern siedelten sich laut rrreefs innerhalb des ersten Jahres zwischen 4.000 und 15.000 neue Korallen an. Gleichzeitig stieg die Fischbiomasse auf das Zwei- bis Zehnfache im Vergleich zu benachbarten, nicht restaurierten Flächen.
Für Taucher sind solche Entwicklungen besonders interessant. Gesunde Korallenriffe sind nicht nur Hotspots der Biodiversität, sondern bilden auch die Grundlage für nachhaltigen Tauchtourismus. Viele beliebte Tauchdestinationen kämpfen bereits heute mit den Folgen von Korallenbleiche, Küstenentwicklung und Umweltverschmutzung.

Foto: rrreefs
Naturschutz und lokale Wirtschaft
Korallenriffe erfüllen weit mehr Funktionen als nur die eines attraktiven Tauchplatzes. Sie schützen Küsten vor Erosion und Sturmwellen, dienen als Kinderstube für zahlreiche Fischarten und sichern in vielen Regionen der Welt Einkommen und Arbeitsplätze.
Deshalb verfolgt rrreefs einen Ansatz, der ökologische und wirtschaftliche Aspekte miteinander verbindet. Die Projekte werden gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen, Hotel- und Tourismusbetrieben sowie Grundstückseigentümern umgesetzt. Ziel ist es, langfristig funktionierende Ökosysteme zu schaffen, von denen sowohl die Natur als auch die Menschen vor Ort profitieren.

Investmentrunde für weiteres Wachstum
Um die Technologie weiterzuentwickeln und zusätzliche Projekte umzusetzen, startet rrreefs Anfang Juni eine Seed-Investmentrunde über die Plattform OOMNIUM. Bereits ab 500 Schweizer Franken können sich Privatpersonen und Unternehmen beteiligen.
Die Gründerinnen sehen darin eine Möglichkeit, Menschen direkt in den Schutz mariner Ökosysteme einzubinden. Gleichzeitig soll das frische Kapital dazu beitragen, die internationale Expansion des Unternehmens voranzutreiben und weitere Riffrestaurierungsprojekte weltweit zu realisieren.
Für Taucher, Meeresliebhaber und Menschen mit Interesse an nachhaltigen Innovationen bietet das Projekt einen spannenden Einblick in die Frage, wie moderne Technologie und wissenschaftliche Forschung dazu beitragen können, bedrohte Ökosysteme aktiv zu unterstützen.

Über rrreefs
rrreefs ist ein Schweizer Spin-off der ETH Zürich mit Sitz in Zürich. Das Unternehmen entwickelt modulare Systeme aus 3D-gedruckten Tonmodulen zur Regeneration von Korallenriffen und ist nach eigenen Angaben in zehn Ländern aktiv. Die Projekte kombinieren wissenschaftliche Forschung, lokale Zusammenarbeit und langfristiges Monitoring, um die natürliche Regeneration von Korallenriffen zu fördern.

Foto: rrreefs / Geraldine Graf
Weiterführende Informationen
Über rrreefs: https://www.rrreefs.com/
In der ZDF-Doku „Plan B – Meer, Koralle, Plan B“ wurden das Unternehmen und seine innovative Technologie kürzlich vorgestellt: Hier geht’s zur Doku.
Details zur Investmentrunde: OOMNIUM Investmentrunde rrreefs




