Im letzten Mai, während einer Geschäftsreise nach Puerto Galera auf den Philippinen, bot sich mir die Gelegenheit, bei Nacht auf ein kleines örtliches Wrack zu tauchen. Neugierig und fasziniert von dieser neuen Erfahrung beschloss ich, es zu wagen: Bei Anbruch der Dunkelheit würde ich zum ersten Mal in die Dunkelheit eintauchen, bereit, die Unterwasserwelt aus einer völlig neuen Perspektive zu entdecken. Zwischen Aufregung und Bedenken ging ich als noch nicht sehr erfahrener Taucher auf Erkundungstour in diese andere Dimension des Nachttauchens.

Eine präzise und feierliche Vorbereitung
52-jähriger leidenschaftlicher Taucher mit lediglich etwa fünfzig Tauchgängen in zwei Jahren, ist mein Unterwasserweg noch recht neu. Gewöhnt an die Fotografie an Land, beginne ich gerade erst mit der Unterwasserfotografie und konzentriere meine Bemühungen darauf, Stabilität, Sicherheit und Autonomie im Wasser zu erlangen.

Aus Vorsicht beschloss ich, bei dieser nächtlichen Einführung mein Kameragehäuse an Land zu lassen. Ich wollte den Moment voll auskosten, ohne die Komplexität des zusätzlichen Equipments.
Obwohl die Expedition am Vortag geplant wurde, erfordert sie besondere Aufmerksamkeit, sowohl in organisatorischer Hinsicht als auch in Bezug auf die anzupassenden Gewohnheiten, von der Ausrüstung bis hin zur Tauchplanung.
Wesentliche Tipps für das Nachttauchen
Diejenigen, die nachts tauchen, wissen es: Es gibt einige Tipps, die das Leben erleichtern. Beispielsweise kann man seine Lampe auf den Manometer richten, um ihn phosphoreszierend zu machen und somit im Dunkeln lesbar. Die normalerweise routinemäßige Vorbereitung der Ausrüstung erfordert hier umso mehr Sorgfalt, da es unter Wasser schwierig, wenn nicht gar unmöglich ist, eventuelle Versäumnisse zu korrigieren.

Ich bin besonders wachsam, wohl wissend, dass die dunkle Umgebung einen großen Teil meiner Gedanken einnimmt, manchmal auf Kosten der Kontrolle von Details wie dem Verschließen der Bleitaschen!
Anpassung der Kommunikation mit dem Buddy
Der ausgewählte Ort, auf einem Sandboden in 15 Metern Tiefe gelegen, birgt keine größeren Schwierigkeiten. Doch jede neue Situation bringt ihre Lernmomente: neue visuelle Kommunikationszeichen verwenden, seine Position dem Team durch seine Lampe signalisieren oder spezielle Bedürfnisse aufgrund der schwachen Lichtverhältnisse antizipieren. All dies sind wertvolle Tipps, die unser Guide teilt, während das Abendessen vor dem Tauchgang zu einem Moment intensiver Erwartung wird, jeder sich bereits unter Wasser vorstellt…

Entdeckung der Unterwasserwelt im Mondschein
Mit dem bevorstehenden Aufbruch nimmt der psychologische Aspekt die Oberhand: Sich in der Dämmerung ausrüsten verstärkt die Angst, ein wesentlichen Bestandteil zu vergessen, der Gedanke, im Dunkeln in unbekanntes Terrain zu tauchen, löst einige Ängste aus – zumal in einem fremden Land die nachtaktive Fauna weiterhin ein Rätsel bleibt… Die Stunden vor dem Eintauchen sind daher eine Mischung aus kaum verhehltem Stress und Erregung.

Doch im entscheidenden Moment, sobald der Lichtstrahl in die Tiefe trifft, verschwinden alle Ängste. Ein Gefühl von Ruhe und Gelassenheit ersetzt die an der Oberfläche angesammelte Spannung. Der Alltagsstress verschwindet, und es bleibt eine totale Konzentration auf die eigenen inneren Empfindungen: deutlichere Herzschläge, gesteigerte Aufmerksamkeit und geschärfte Sinne… während draußen die Welt schläft!
Die vierte Dimension: nächtliche Erkundung eines traditionellen Wracks
Die Nacht steht im Zeichen des Vollmonds — ideale Bedingungen, um ein traditionelles philippinisches Wrack zu erkunden, einen Bangka mit doppeltem Bambusausleger, das versenkt wurde, um als künstliches Riff zu dienen. Sobald das Licht das Wasser durchdringt, entfaltet sich ein paralleles Universum:
- Das Plankton erleuchtet bei der kleinsten Bewegung;
- Jedes Partikel in der Schwebe zieht das Auge an, obwohl sie tagsüber unbemerkt bleiben würden;
- Das Sichtfeld, reduziert auf den Lichtstrahl der Lampe, rahmt die Szene ein wie ein Zoom, der den Fokus auf jedes Detail lenkt.
Man ertappt sich dabei, lange die Bewegungen des Wassers, das langsame Driften des Phytoplanktons oder die Wellen des Sandes zu betrachten, fast vergessend, dass das äußere Realität ist. Die Konturen und Formen erscheinen plötzlich vor uns und verschwinden ebenso schnell wieder – (wieder)erweckend Landschaften und friedliche Kreaturen, beruhigt durch die nächtliche Sanftheit: schläfrige Fische, langsame Tänze, schlafende Kulissen… All dies lässt sich in dieser gedämpften Atmosphäre viel leichter bewundern.

Selbst die Stille scheint tiefer: keine Motoren mehr, keine Geräusche aktiver Fische oder beißender Korallen. Die „Welt der Stille“ gewinnt damit ihre volle Bedeutung!
Die abendliche Fauna fasziniert: neue, bisher unsichtbare Arten, die das neugierige Auge der Fotografen unserer Gruppe betören. Es ist paradox einfach, seinen Fotografen-Buddy zu verlieren, der von der Vielzahl der Motive fasziniert ist, trotz des Lichts, das ihn in der Dunkelheit signalisiert!
Eine Rückkehr voller Staunen
Der Aufstieg aus 15 Metern erfolgt sanft, die Dekompressionsstufen sind nahezu nicht vorhanden, und schnell taucht unsere kleine Gruppe lächelnd unter dem Vollmond auf. Die Lagune wird für einige außergewöhnliche Momente unser privater Spielplatz.

Während wir auf die Rückkehr des Bootes warten, geht das Spektakel weiter: Lichtspiele auf der Oberfläche, Mondreflexionen, eine surreale Atmosphäre, die zu wahren Schattenspielen einlädt. Wir kehren an Land zurück, voller Bilder im Kopf und Herzen, getragen von der intensiven und wertvollen Erfahrung einer gemeinsamen einzigartigen Erfahrung.
Eine schöne Geschichte zum Erzählen und Erleben, ganz sicher!
Dieser Artikel, ursprünglich von Marc Bravo für die Printausgabe von PLONGEZ! geschrieben, wurde für das Web angepasst.




