Eine seltsame Kreatur direkt aus einem Science-Fiction-Film, der Gorgonokopf oder Medusenkopf (Astrospartus mediterraneus) gehört zur Klasse der Schlangensterne, nicht zu verwechseln mit den Seesternen. Sein Name stammt aus der griechischen Mythologie und bedeutet Gorgonenhaupt.

- Eine Art aus dem Mittelmeer: Dieses benthische Organismus ist im Mittelmeerbecken endemisch, wo man ihn in Tiefen von 50 bis 800 Metern beobachten kann.
- Erscheinung eines Meeresmonsters: Der Gorgonokopf bildet eine Masse, eine graue Spitze aus zehn fadenförmigen Armen, deren Enden sich an ihrem Untergrund festklammern. Diese Arme entfalten sich in der Dunkelheit, um Schwebeteilchen aufzufangen, und ihre Wicklung ähnelt einer belebten Haarpracht. Seine Größe kann von 6 bis 20 cm geschlossen und bis zu 80 cm entfaltet variieren.
- Ein besonderer Stachelhäuter: Unter den anderen Schlangensternen zeichnet sich der Gorgonokopf durch die starke Verzweigung seiner Arme aus. Fünf Arme teilen sich in zwei, die sich ihrerseits erneut aufteilen, wobei die Verzweigungen immer feiner werden.
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Ernährung: Jede Verzweigung besitzt kleine Häkchen, die ein kreisförmiges Netz bilden und es dem Medusenkopf ermöglichen, seine Beute, hauptsächlich Zooplankton, zu ergreifen. Wenn diese in ausreichender Menge vorhanden sind, wickeln sich die Arme nacheinander zusammen, um sie zu seinem Mund, einer kleinen Öffnung in der Mitte der Scheibe, zu bringen. Dieses Phänomen kann am Morgen nach nächtlicher Jagd beobachtet werden.

Gorgonokopf am Riff Sec de l’Armoire vor der Küste von Hyères (Var). © Nicolas Barraqué - Empfindlich gegenüber Licht: Ohne Augen ist die Art verwundbar, weshalb sich der Gorgonokopf bei Kontakt mit einer Lichtquelle zurückzieht. Es wird daher den Tauchern dringend geraten, ihn bei Begegnungen nicht plötzlich zu beleuchten.
- Ein freigesetzter Nachwuchs: Gonochoristisch, die Freisetzung von Spermatozoen und Eiern erfolgt im offenen Meer. Während ihrer Entwicklung setzen sich die planktischen Larven auf einem Substrat fest.
- Eine bewegliche Kugel: Der Gorgonokopf ist ein relativ beweglicher Stachelhäuter, er entfaltet sich senkrecht zum Strömung und bewegt sich leicht. In Le Lavandou wurde ein Individuum bereits auf einem Schwamm in einer Tiefe von 90 Metern beobachtet.
- Er regeneriert sich: Wie viele Stachelhäuter, so auch der Gorgonokopf, kann er einen seiner Arme regenerieren und kann so bis zu 35 Jahre alt werden.
- Eine noch mysteriöse Art: Der Medusenkopf ist noch wenig erforscht, vor allem wegen der Tiefe, in der er sich befindet. Er ist hauptsächlich circalittoral (zwischen 70 und 120 Metern tief) und erreicht oft die oberen bathyalen Zonen, wo die Lichtintensität sehr schwach ist.
- Neue Daten dank Gombessa 5: Im Juli 2019 ermöglichte die Expedition von Laurent Ballesta “28 Tage unter dem Meer bei -120 Metern” die Sammlung, unter vielen anderen Arten, von Bildern und mehr Proben des Gorgonokopfs. Diese werden es ermöglichen, mehr über diese Art zu erfahren.
https://vimeo.com/418757935Wo ihn treffen? Der Gorgonokopf befindet sich im westlichen Mittelmeerbecken, im Atlantik und in der Nordsee, an den Küsten der Adria, Lusitania, Mauretanien und Senegal. In Frankreich findet man ihn insbesondere vor den Küsten von Marseille, in Le Lavandou, in Port Cros und auf den Lérins-Inseln, wo er sich in Tiefen von über 50 Metern an Felsen und Gorgonien festsetzt.
Lisa Ferré




