Sardinenlauf: Südafrikanische Zentren schließen sich zusammen, um einen Verhaltenskodex zu gewährleisten

Seit einigen Jahren hat sich während der Saison des südafrikanischen Sardine runs vieles verändert: Aus der kleinen Handvoll von Tauchzentren ist eine riesige Flotte von Booten geworden, die zwischen Februar und Juli aufs Meer hinausfährt, um die größte Meer-Migration der südlichen Hemisphäre zu erleben! Die tausenden von Touristen, die aus allen Ecken der Welt kommen – Tauch- und Schnorchelbegeisterte, Fotografen – und von diesem grandiosen Schauspiel des Ozeans angezogen werden, sind nun ein integraler Bestandteil dieser jährlichen Migration… (Fotos © Expert-Tours).

Delfine bei der Jagd während des Sardine Runs. ©Expert-Tours

Aber wie findet man unter den Dutzenden von Anbietern auf dem Markt einen verantwortungsbewussten Organisator, der die notwendigen Genehmigungen und die Erfahrung hat, um den Sardine Run zu verfolgen? Um diese Frage zu beantworten, haben sich drei Tauchzentren – African Water Sports, Aliwal Shoal Scuba et Dive Expert-Tours – entschlossen, sich zusammenzuschließen und die Vereinigung South African Sardine Run Charter Owners’ Association (SASRCOA) zu gründen, die ein Qualitätslabel und einen tourismuskonformen Ansatz gemäß der lokalen südafrikanischen Gesetzgebung garantieren möchte. Mit ihrer Erfahrung und Expertise haben sie einen Verhaltenskodex entwickelt, der direkt aus den geltenden Gesetzen in Zusammenarbeit mit der DEAT-Verwaltung (Department of Environmental Affairs and Tourism) resultiert. Dieser Kodex definiert insbesondere das richtige Verhalten zur Beobachtung des Sardine Runs: Wie verhält man sich unter und über Wasser mit den Säugetieren? Wie nähert man sich jeder anwesenden Art (Wale, Delfine…)?

Die Haie mischen sich unter die Feiernden. © Expert-Tours

Die Gründungsmitglieder der Vereinigung laden weitere lokale Anbieter (Tauchzentren, Hotels, Reiseagenturen…) sowie andere internationale Betreiber ein, sich ihnen anzuschließen: „Je mehr wir sind, desto einflussreicher werden wir und wir können den Sardine Run so retten, wie er heute existiert“, erklärt Rainer Schimpf, Inhaber des Zentrums Dive Expert-Tours in Port Elizabeth. „ In naher Zukunft planen wir interne Schulungen, damit neue Mitglieder vom Know-how der alten Organisatoren profitieren können.“ Die Themen, die in diesen Seminaren behandelt werden, sind vielfältig: Wie nähert man sich Walen und Delfinen verantwortungsbewusst und legal, wie vermeidet man Unfälle, was tun im Falle von Seenot…

Die Kap-Sturmvögel sind echte Apnoe-Taucher! © Expert-Tours

Aber was ist der Sardine Run und woher kommt der spektakuläre Erfolg dieses jährlichen Phänomens? Der Sardine Run ist eines der größten, aber auch das letzte marine Abenteuer in der südlichen Hemisphäre, vergleichbar mit der großen Gnu-Wanderung in den Ebenen der Serengeti in Tansania. Während des Sardine Runs schwimmen Tausende von Fischen, hauptsächlich Sardinen, gegen die Strömung entlang der Ostküste Südafrikas nach Norden. Diese riesigen Schwärme starten von der weiten See, vom flachen Kontinentalschelf südlich des Kaps Algulhas, und ziehen entlang der Küste von Port Elizabeth (Ostkap) bis Durban im Kwazulu Natal. Sie haben nur ein Ziel: sich in den warmen Gewässern des Agulhas-Stroms fortzupflanzen. Dieser Strom trägt das Gelege zurück zum Kontinentalschelf in der Nähe des Kaps, wo es schlüpfen und in diesen nährstoffreichen Gewässern reifen kann. Sobald sie ihre Erwachsenengröße erreicht haben, beginnen die Sardinen im Januar des folgenden Jahres ihre Reise nach Norden erneut. Und das Abenteuer zwischen den Jägern und Gejagten beginnt von neuem, denn die Raubtiere – Haie, Delfine, Wale, Seevögel und Pinguine – schwärmen von diesem gigantischen Vorrat!

Um mehr über die South African Sardine Run Charter Owners’ Association (SASRCOA) zu erfahren: www.sasrcoa.co.za

Indem sie Blasenwände erzeugen, zwingen die Delfine die Sardinen, nahe an die Oberfläche zu kommen und dort zu bleiben. Sie können sich einfach bedienen! © Expert-Tours

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