Ob Sie sich auf einer Dekostufe befinden oder im offenen Wasser, es ist nicht ungewöhnlich, unerwarteten Meereskreaturen zu begegnen. Diese Momente zu fotografieren, ob organisiert oder spontan, erfordert einen spezifischen technischen Ansatz. Hier sind praktische Tipps, um unvergessliche Bilder unter Wasser einzufangen.
1. Die Ausrüstung
Bei Ihren Tauchgängen ist die größte Herausforderung, die Wasserschicht zwischen Ihrem Objektiv und dem Motiv zu verringern, um einen unscharfen Effekt zu vermeiden und detaillierte Fotos zu erhalten. Entscheiden Sie sich für ein Weitwinkelobjektiv, sei es ein Zusatz für eine Kompaktkamera, ein 20 mm oder ein Fischauge für Spiegelreflexkameras. Sich dem Motiv zu nähern, optimiert auch die Beleuchtung.

2. Die richtigen Einstellungen
Unter Wasser können sich selbst scheinbar ruhige Tiere schnell bewegen. Stellen Sie Ihre Kamera auf eine hohe Verschlusszeit ein, etwa 1/250 s, wenn Sie einen Blitz verwenden. Wenn Sie nur mit natürlichem Licht arbeiten, sollten Sie diese Geschwindigkeit erhöhen. Bevorzugen Sie den Modus Zeitpriorität, um sich auf das Fotografieren zu konzentrieren. Denken Sie auch daran, unterzubelichten, um die automatischen Anpassungen Ihrer Kamera an der Oberfläche zu kompensieren.
3. Ruhig und geduldig sein
Unabhängig von Ihrer körperlichen Verfassung werden Sie nie die Geschwindigkeit eines Mondfisches oder einer Schildkröte erreichen. Das Tier wählt selbst, ob es sich zeigt oder nicht. Bleiben Sie ruhig, kontrollieren Sie Ihre Bewegungen und haben Sie Geduld, um den perfekten Moment einzufangen.

4. Das Verhalten des Motivs kennen
Das Verhalten von Meerestieren zu verstehen, ist entscheidend, um ihre Bewegungen vorherzusehen. Beispielsweise füttert sich die Manta-Rochen, indem sie Kreise dreht. Eine Schildkröte taucht oft an die Oberfläche, um zu atmen. Lernen Sie ihre Gewohnheiten zu erkennen.

5. Einen Test machen
Bevor Sie in den Aufnahmebereich eintreten, testen Sie die Einstellungen Ihrer Kamera: Geschwindigkeit, Blende und Empfindlichkeit. Verwenden Sie zum Beispiel eine Blende von f/16 oder f/22 für frontal beleuchtete Motive. Achten Sie auf die Belichtung, da zu viel Licht eine Überbelichtung verursachen kann.

6. Konzentrieren Sie sich auf ein Motiv
Wenn Sie sich mit einem Tier vertraut machen, wird es weniger misstrauisch und nähert sich mehr. Dies erleichtert das Framing und die Positionierung. Achten Sie auf seine Bewegungen, um sich am richtigen Ort zu positionieren.
7. Komponiere dein Bild
Bestimmen Sie, ob Sie eine Nahaufnahme oder einen freien Raum um Ihr Motiv wünschen. Bei großen Tieren ermöglicht der Freiraum, ihre Umgebung besser zu kontextualisieren. Wenn sich das Tier nähert, nehmen Sie es aus verschiedenen Winkeln auf, um Ihre Aufnahmen zu variieren.
8. Wählen Sie Ihren Hintergrund
Nutzen Sie die Sonne und andere Taucher als Kompositionselemente. Positionieren Sie sich so, dass die Sonne hinter dem Tier ist und einen Lichtschein erzeugt. Ihr Tauchpartner kann auch als Referenz dienen, um die Größe des Tieres einzuschätzen.

9. Achtung vor Gegenlicht
Vermeiden Sie Gegenlicht ohne Beleuchtung. Um das Motiv zu beleuchten und gleichzeitig die Sonne im Hintergrund zu haben, verwenden Sie einen Blitz, wenn Sie in der Nähe sind. Andernfalls halten Sie die Sonne in Ihrem Rücken für eine optimale Beleuchtung.

10. Vertikal oder horizontal?
Die Komposition spielt eine Schlüsselrolle. Ein vertikales Foto kann einen Eindruck von Höhe vermitteln, während ein horizontaler Rahmen oft besser für ausgedehnte Motive wie Mantas oder Haie geeignet ist. Passen Sie das Format je nach Motiv an.

11. Wählen Sie Ihre Aufnahmeperspektive
Machen Sie Ihre Fotos in Augenhöhe mit dem Tier, um einen blauen Hintergrund zu erhalten, leicht nach oben, um die Oberfläche und Reflexionen zu sehen, oder nach unten für ein tieferes Blau. Experimentieren Sie mit verschiedenen Winkeln, um Ihre Aufnahmen zu bereichern.
12. Fokussieren
Unter Wasser folgen Sie der Bewegung des Tieres, das neben Ihnen schwimmt. Verwenden Sie den automatischen Autofokusmodus, um die nächstgelegenen Motive zu fokussieren, was Ihre Schärfentiefe maximiert.
13. Mach mehrere Fotos
Mit einem Blitz warten Sie, bis sich das Motiv nähert und in der richtigen Haltung ist. Bei natürlichem Licht können Sie mehrere Aufnahmen ohne Einschränkung machen. So erhöhen Sie die Chance, die richtige Bewegung oder Haltung zu treffen.
14. Nachbearbeitung und RAW-Dateien
Verwenden Sie das RAW-Format für Ihre Fotos. Dies ermöglicht es Ihnen, Lichter und Weißabgleich zu korrigieren, was eine optimale Bildqualität bei der Nachbearbeitung garantiert.
15. Seien Sie kreativ
Meeresbegegnungen sind einzigartig. Zögern Sie nicht, mit Diagonalkompositionen, Gegenlichtaufnahmen oder Aufnahmen von oben zu experimentieren. Lassen Sie Ihrer Fantasie freien Lauf, um unvergessliche Momente einzufangen.
Zusammenfassung
Ob Ihre Begegnung mit der Meeresfauna geplant oder überraschend ist, die wahre Herausforderung besteht darin, die Emotion des Augenblicks einzufangen. Lernen Sie, diese Tipps zu nutzen, um sich bei Ihren Fotoshootings wohl zu fühlen, während Sie jeden Moment voll auskosten.
Achten Sie auf die Sicherheit

Vergessen Sie niemals diese drei Erinnerungen:
- Respektieren Sie Ihre Tiefe beim Dekostopp.
- Prüfen Sie regelmäßig Ihr Manometer, auch in geringer Tiefe.
- Achten Sie auf Strömungen, um ein Abdriften zu vermeiden.
Dieser Artikel, ursprünglich von Nicolas Barraqué für die Printausgabe von PLONGEZ! geschrieben, wurde für das Web angepasst.
Bilder © Nicolas Barraqué.




