Um Taucher aus aller Welt nach Jordanien zu locken, wurde ein ausgemustertes Flugzeug der jordanischen Armee vollständig gereinigt und am 16. November vor der Küste von Aqaba versenkt.
In drei Minuten war alles vorbei! Die C 130 Hercules hatte kaum ihre Barge verlassen, von einem Kran gehalten, als sie bereits den Grund erreicht hatte, 17 Meter tiefer. Zuvor hatte eine große Zeremonie in Anwesenheit der lokalen Behörden stattgefunden, mit der Ehre eines C 130-Fluges über dem Flugzeug, das kurz vor dem Versenken stand.
Das Wrack liegt nun auf einem Sandboden etwa hundert Meter vom Ufer entfernt und ist für Taucher leicht zugänglich, entweder direkt vom Strand aus oder von einem Boot aus (vor Ort ist eine Boje vorhanden). Das Flugzeug, das in nur 17 Metern Tiefe in der Nähe von Korallenblöcken liegt, kann auch – bei guter Sicht – von der Oberfläche aus beim Schnorcheln gesehen werden.
Ein künstliches Riff zur Entwicklung des Unterwasserlebens
Bevor es versenkt wurde, wurde das neue Wrack vollständig gereinigt. Das Innere ist leer, im Cockpit wurden die elektronischen Elemente entfernt. Mit einer Spannweite von 40 Metern und einer Länge von 30 Metern ist das Flugzeug durch seine Größe sehr beeindruckend. Es ist möglich, durch die Türen auf jeder Seite ins Innere zu gelangen. Im Cockpit wurde ein falsches Skelett an den Steuerknüppel gesetzt – man mag den Humor schätzen oder nicht, jedenfalls schleppt dieses Wrack keine tragische Geschichte mit sich.
Der Hauptzweck dieser Versenkung – abgesehen davon, Taucher aus aller Welt anzulocken – ist es, dieses Flugzeug in ein neues künstliches Riff zu verwandeln, damit sich Fauna und Flora entwickeln können. Dieses Experiment wurde bereits in der Nähe durchgeführt, da 1999 ein M42 Duster-Panzer für denselben Zweck versenkt wurde. Heute ist er von Muränen bewohnt. Es wird einige Jahre dauern, bis die Natur ihre Rechte zurückerobert und dieses Flugzeug zum Spielplatz einer vielfältigen Fauna wird. Dennoch sollte es viele Taucher anziehen, die neugierig sind, es zu erkunden und die anderen Unterwasserschätze Jordaniens zu entdecken.
Text: Margot Harty
Foto- und Videobericht: Dominique Barray




