In diesem Jahr gedenken wir des Jahrestags des Untergangs der Messerschmitt Bf 109, eines berühmten deutschen Jagdflugzeugs, das 1944 vor der Insel Planier abgestürzt ist. Heute liegt dieses Wrack in 45 Metern Tiefe. Diese historische Tauchstelle ist zu einem beliebten Ziel für Meeres- und Geschichtsliebhaber geworden. Achtzig Jahre nach diesem bedeutenden Ereignis entdecken wir gemeinsam die Geschichten und Geheimnisse rund um dieses Wrack, das Taucher weiterhin fasziniert.
Marseille: Eine historische Hafenstadt
Marseille, die emblematische Hafenstadt in Südfrankreich, hat über Jahrhunderte eine strategische Position im Mittelmeer eingenommen. Während des Zweiten Weltkriegs machte ihre Lage sie zu einem wichtigen Ziel sowohl für die Achsenmächte als auch für die Alliierten. Zahlreiche militärische Luftwaffenstützpunkte waren rund um Marseille eingerichtet, mit Jagdflugzeugen und Bombern, die entscheidende Missionen für den Ausgang des Konflikts durchführten.

Der Himmel und die umliegenden Meere waren Schauplatz intensiver Kämpfe, die eine Vielzahl von Wracks hinterließen. Diese Intensität der militärischen Operationen führte auch zu einer Konzentration von Wracks in der Region, was Marseille besonders reich an Unterwassergeschichte macht. Darüber hinaus fanden mehrere alliierte und feindliche Missionen in Küstennähe statt, wobei beispielsweise amerikanische Flugzeuge wie die P-38 Lightning regelmäßig Aufklärungsflüge durchführten.
Der Leuchtturm von Planier: Hüter der Wracks
Etwa zehn Kilometer von Marseille entfernt befindet sich auf der Insel Planier einer der bekanntesten Leuchttürme des Mittelmeers. Diese Felsformation mit ihren gefährlichen Untiefen hat im Laufe der Jahrhunderte viele Schiffe zum Sinken gebracht. Taucher können hier mehrere Wracks erkunden, insbesondere das des Frachtschiffs Chaouen, das in den 1970er Jahren sank, und die Dalton, bekannt für ihren Auftritt im Film Die schweigende Welt von Jacques-Yves Cousteau.
Unter den Flugzeugwracks aus dem Zweiten Weltkrieg ist die Messerschmitt Bf 109 bei weitem das bekannteste. Nach dem Abschuss während der Kämpfe ist dieses Flugzeug zu einer Referenz für Marseiller Taucher geworden.

Ein Tauchgang in die Geschichte: Das Wrack der Messerschmitt Bf 109
Das Flugzeug, geflogen von Hans Fahrenberger, Hauptmann in der Luftwaffe, liegt kopfüber auf einem Sandboden in 45 Metern Tiefe. Obwohl ursprünglich intakt, wurde das Wrack durch frühere Versuche von Tauchern, es aufzurichten, beschädigt. Derzeit sind Heck und Leitwerk vom Rumpf abgetrennt.
Genauer gesagt handelt es sich bei diesem Flugzeug um ein Modell Bf 109 G-6, eine verbesserte Version der früheren Gustav-Modelle. Dieses Jagdflugzeug war mit MG 131 Maschinengewehren und einer MK 108 Kanone bewaffnet, die ihm beeindruckende Leistungen verlieh. Mit einer Spannweite von 9,87 Metern und einer Höchstgeschwindigkeit von 550 km/h war es in Luftkämpfen gefürchtet.
Heute ist das Wrack in einem Zustand des Verfalls, beeinträchtigt durch Notwasserungen, Fischernetze und Plünderungen. Nur ein Propellerblatt ist noch sichtbar, und der Rest der Struktur zeigt Anzeichen von Verfall. Dennoch sind beide Flügel noch fest mit dem Rumpf verbunden.

Praktische Informationen für Taucher
Der Zugang zur Messerschmitt-Stelle ist Tauchern mit mindestens Level 3 oder PA-60-Zertifikat vorbehalten. Es gibt zwei Methoden, um das Wrack zu erreichen: ein direktes Absetzen am Wrack nach Markierung oder das Festmachen am Kai an der Nordseite der Insel Planier. Vom Kai aus muss man etwa hundert Meter zum Wrack zurücklegen, entlang des Felsens und dann abwärts entlang einer Unterwasserwand, bis man die nötige Tiefe erreicht, um das Wrack zu sehen.
Das Wrack ist von einer vielfältigen Fauna bewohnt, darunter Meeraale und Muränen, was den Tauchgang noch bereichernder macht. Es empfiehlt sich, einige Zeit über dem Wrack zu verbringen, um seine Struktur und die Biodiversität, die es beherbergt, zu bewundern.
Das bewegende Zeugnis des Piloten
Hans Fahrenberger, nach einer glänzenden Karriere, erlebte am 7. März 1944 ein tragisches Schicksal. Als Fluglehrer musste er bei einem Alarm schnell starten, um amerikanische Bomber abzufangen. Nach einem Luftkampf war er gezwungen, unter schwierigen Bedingungen notzuwassern und überlebte wie durch ein Wunder, indem er mit seinem Fallschirm an die Oberfläche entkam.
1993 kehrte Hans nach Planier zurück, begleitet von einem Filmteam, um sein Flugzeug wiederzufinden. Dieses Ereignis symbolisiert die Versöhnung zwischen ehemaligen Kriegsgegnern und zeigt seine Liebe zur Luftfahrt, jenseits des Kriegskontexts.
Sein Leben und seine Geschichte sind im Buch 90 épaves à Marseille et dans sa région dokumentiert, mitverfasst von Jean-Pierre Joncheray und seiner Frau. Ihre Arbeit hat dazu beigetragen, diese Erinnerungen für zukünftige Generationen zu bewahren.

Lesetipps zum Weiterlesen
- Le Sommeil des Épaves und Odyssée von Patrice Strazzera
- 90 épaves à Marseille et dans sa région von Anne und Jean-Pierre Joncheray
Mit diesem Tauchgang in die Geschichte der Messerschmitt von Planier verbinden wir uns mit einer reichen Vergangenheit und bewahren die Erinnerung an die Ereignisse, die unsere Welt geprägt haben.
Dieser Artikel, ursprünglich von Fabrice Dudenhofer für unsere Printausgabe geschrieben, wurde für das Web angepasst.
BILDER © Fabrice Dudenhofer




